29.01.2008 · Auf bessere Zeiten hoffend, scheute Rüttgers lange vor Verkauf der West LB zurück. Das rächt sich nun. Die schwere Krise erfordert eine Landesbürgschaft. Anschließend sollte der Ministerpräsident aber endlich einsehen, dass nur neue Eigentümer ein solides Geschäftsmodell für die West LB finden und sie am Markt ausrichten können.
Von Hanno MußlerJürgen Rüttgers ist als Ministerpräsident im Jahr 2005 angetreten, die Beteiligung von Nordrhein-Westfalen an der West LB zu verkaufen. Auf bessere Zeiten hoffend, scheute Rüttgers jedoch vor einem zügigen Verkauf zurück. Das rächt sich nun.
Verluste im Eigenhandel und die Subprime-Krise haben schonungslos offengelegt, dass die Landesbank über kein tragfähiges Geschäftsmodell verfügt. Jetzt ist Rüttgers sogar bereit, noch einmal gutes Geld der Bürger dem schlechten Geld der West LB hinterher zu werfen. Die schwere Krise erfordert eine Landesbürgschaft.
Anschließend sollte Rüttgers aber endlich einsehen, dass nur neue Eigentümer ein solides Geschäftsmodell für die West LB finden und sie am Markt ausrichten können. Finanzinvestoren können gute Dienste dabei leisten, die Bank zu restrukturieren und aussichtsreiche Nischen zu entdecken.
Die Sparkassen werden mit der West LB nie wieder etwas zu tun haben wollen. Die Sparkassen-Anteile zuzüglich einer Landesbürgschaft zu übernehmen kann daher als Krisenmaßnahme sinnvoll sein. Sobald es erste Anzeichen für eine Besserung der Lage der West LB gibt, muss das Land seine Beteiligung aber sofort verkaufen. Ohne Wenn und Aber.