Es existiert ein Unterschied zwischen wohlverstandenem Föderalismus und kurzsichtiger Kirchturmpolitik. Die Saar LB ist eine kleine, kaum rentable Landesbank mit einer Bilanzsumme von rund 20 Milliarden Euro und dem selbst aufgeklebten Etikett einer "deutsch-französischen Mittelstandsbank".
Dass die schwer angeschlagene, über jedes vernünftige Maß hinaus gewachsene Bayern LB als bisheriger Mehrheitseigentümer Anteile abgibt, ist eine gute Nachricht. Keine gute Nachricht ist der Erwerb dieser Anteile durch das hochverschuldete Saarland, das zusammen mit den örtlichen Sparkassen künftig eine Mehrheit an der Saar LB halten will.
Die Finanzkrise sollte eigentlich jedem verdeutlicht haben, dass Landesbanken weder in die Hände von Landesregierungen noch in die Hände der ansonsten ziemlich überflüssigen regionalen Sparkassenverbände gehören. Hier wie da bestehen erhebliche Kompetenzdefizite.
Auch private Eigentümer bilden keine Garantie für das Wohlergehen einer Bank, wie die Krise ebenfalls gelehrt hat. Aber das Elend der deutschen Landesbanken kann erst dann ein Ende finden, wenn Kirchturmpolitiker und Sparkassenfunktionäre nichts mehr zu sagen haben.
Kirchturmpolitik im Saarland - könnte ausnahmsweise richtig sein
gisbert heimes (gisbert4)
- 13.11.2009, 12:19 Uhr
Kirchturm-Recherche
Torsten Weiss (toweiss)
- 13.11.2009, 14:32 Uhr
Landesbanken!!
Michael Bohnert (Bohnert)
- 13.11.2009, 15:26 Uhr