15.03.2010 · Die französische Finanzministerin Lagarde kritisiert die hohe deutsche Expotquote. Zum Tango gehören zwei, sagt sie - mit Recht: Ohne die Defizite von Ländern, die auf Pump konsumiert haben, hätte es die Überschüsse von Exportnationen nicht gegeben. Doch wer fordert nun wen zum Tanz?
Von Holger SteltznerSieht so eine europäische Wirtschaftsregierung aus? Erst fordert Luxemburgs Premier Juncker einen hohen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst in Deutschland. Dann will Frankreichs Finanzministerin Lagarde, dass deutsche Unternehmen höhere Löhne zahlen, damit die hiesige Industrie weniger wettbewerbsfähig wird.
Muss man jetzt aufpassen, dass die Bundesregierung nicht auch noch Hand an die Tarifautonomie legt? Die schrumpfende französische Industrie ist kein Vorbild fürs Überleben in einer globalisierten Wirtschaftswelt. Europa wäre nicht geholfen, wenn man Deutschland schwächte.
Wer fordert wen zum Tanz?
Über den Erfolg im Welthandel bestimmen unzählige Entscheidungen von Verbrauchern, Unternehmen und Arbeitnehmern. Zum Tango gehören zwei, da hat Lagarde recht. Ohne die Leistungsbilanzdefizite von Ländern, die auf Pump konsumiert haben, hätte es die Überschüsse von Exportnationen nicht gegeben.
Wer aber fordert wen zum Tanz? Die Aufregung über das Geschäftsmodell Deutschland ist übertrieben. Die Wirtschaftskrise macht ohnehin alle ähnlicher. Die Überschüsse sinken automatisch, weil nun die einen mehr sparen und die anderen mehr ausgeben müssen.
Deutschland paß auf. Es holt dich die Fehler der Schröder Ära ein.
Bodo Weis (stranger56web.de)
- 15.03.2010, 21:40 Uhr
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