Home
http://www.faz.net/-gqe-6xath
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kweku Adoboli vor Gericht Ehemaliger UBS-Händler erklärt sich für nicht schuldig

 ·  Der 31-jährige Kweku Adoboli soll mit nicht autorisierten Geschäften der Schweizer Großbank UBS einen Milliardenverlust eingebrockt haben. In zwei Anklagepunkten wird ihm Betrug vorgeworfen, in zwei weiteren Bilanzfälschung. Doch er plädiert auf „nicht schuldig“.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der wegen Betrug und Urkundenfälschung angeklagte frühere UBS-Händler Kweku Adoboli hat die ihm zur Last gelegten Vorwürfe zurückgewiesen. Der 31 Jahre alte Mann soll im September mit nicht zulässigen Geschäften im Bereich Exchange Traded Funds (ETF) einen Schaden von 2,3 Milliarden Dollar verursacht haben. Wie schon bei früheren Gerichtsterminen äußerte sich Adoboli auch am Montag nicht weiter zu den Vorwürfen. Er bestätigte lediglich seine Identität und reagierte mit einem "nicht schuldig" auf die Verlesung der Anklageschrift. Im Falle einer Verurteilung muss Adoboli mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

Der zuständige Richter Alistair McCreath setzte den Prozess auf den 3. September an. Adoboli muss bis dahin in Untersuchungshaft bleiben. Ein früherer Termin sei nicht möglich, erklärte der Richter.

Der Handelsskandal in London hatte Ende September zum Rücktritt von UBS-Konzernchef Oswald Grübel geführt. Das Bankhaus räumte Mängel bei der internen Kontrolle ein und kündigte deren Behebung an. Die beiden Chefs des globalen Aktienhandels mussten im Oktober den Hut nehmen. Der UBS-interne Untersuchungsbericht wurde bisher nicht veröffentlicht. Am Montag wollte UBS zu den Fall nicht weiter Stellung nehmen. Britisches Recht verbiete das, erklärte die Bank.

Unmittelbar nachdem der Handelsskandal geplatzt war, leiteten die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA zusammen mit der britischen Financial Services Authority (FSA) eine Untersuchung ein. Mit deren Abschluss sei frühestens Mitte Februar zu rechnen, berichtete das "Wall Street Journal" (Montagausgabe). Wenn in der Untersuchung Fehler festgestellt werden, muss UBS mit einer Geldbusse der FSA rechnen, die einige Millionen Pfund betragen kann. Die Schweizer Aufsicht verhängt zwar keine Geldstrafen, sie kann aber organisatorische Veränderungen durchsetzen und Verantwortlichen bei einer Bank die Lizenz entziehen.

In dem Prozess gegen Adoboli dürften Beobachtern zufolge das interne Risikokontrollsystem und andere Interna der Bank wieder zur Sprache kommen. Ein Schweizer Beobachter erinnerte an ein FSA-Verfahren vom vergangenen Jahr gegen einen früheren UBS-Anlageberater. Der Mann wurde verurteilt, weil er zwischen 2006 und 2008 einem Kunden aus Indien geholfen hatte, die Gesetze seines Heimatlandes zu umgehen. Gegenüber der FSA hatte er, wenn auch vergeblich, seine Verfehlungen auch mit der Kultur in der Bank begründet. Die Bank habe ihre Berater ermutigt, für die Kunden höchstmögliche Gewinne herauszuholen. Das habe sein Urteilvermögen für kurze Zeit getrübt, hatte er in dem Verfahren vorgetragen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Risiko des zu späten Ausstiegs

Von Patrick Welter

Bevor die amerikanische Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel strafft, will sie nun überzeugt sein, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt wirklich die Wende zum dauerhaft robusten Aufschwung geschafft haben. Mehr 6 9

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Umfrage

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Umfrage

Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.