08.12.2008 · Daimler schickt 20.000 Menschen in Kurzarbeit. Das letzte Mal, dass es das bei den Schwaben gegeben hat, war vor 15 Jahren - ebenfalls inmitten einer großen Autokrise. Doch dieses Mal könnte alles noch viel schlimmer werden.
Von Henning PeitsmeierEs musste ja so kommen. Wer ein Viertel seines Absatzes einbüßt, der kann nicht so weiter produzieren wie bisher. Genau das hat der Daimler-Vorstand eingesehen und mit dem Betriebsrat nun eine Lösung vereinbart, die jedem das ganze Ausmaß der Krise begreiflich macht: Kurzarbeit, und das bei Daimler, einer Ikone der deutschen Wirtschaft!
Das letzte Mal, dass es das bei den Schwaben gegeben hat, war vor 15 Jahren – ebenfalls inmitten einer großen Autokrise. Doch dieses Mal könnte alles noch viel schlimmer werden, weil es kein Entrinnen gibt: Selbst die Wachstumsmärkte in China, Russland oder Brasilien schwächeln.
Bisher konnten sich die Autohersteller darauf verlassen, dass ihre Produktion wenn schon nicht auf den gesättigten Märkten Europas und Nordamerikas, so doch in den restlichen Regionen der Welt ihren Markt finden würde. Dieser Hoffnungswert gilt nicht mehr. So wie für Daimler gilt das auch für BMW, Volkswagen oder Toyota.
Und so könnte der Kurzarbeit von heute die Werksschließung von morgen folgen. Denn die gesamte Autoindustrie hat ein hohes Maß an Überkapazitäten aufgebaut. Diese Erkenntnis kommt spät und sie ist bitter für die Beschäftigten in Deutschlands Vorzeigeindustrie.
Bitter!
Reiner Luecker (Reinerluecker)
- 08.12.2008, 23:02 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,83 | −0,96% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2439 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,55 $ | −1,22% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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