01.09.2009 · Politiker aus dem Regierungslager haben häufig davon gesprochen, den Arbeitnehmern mit der Kurzarbeit eine Brücke bauen zu wollen. Noch hält diese Brücke. Doch leider ist es wahrscheinlich, dass sie für viele Passanten letztlich doch nicht ans rettende Ufer führt.
Von Sven AstheimerPolitiker aus dem Regierungslager haben häufig davon gesprochen, den Arbeitnehmern mit der Kurzarbeit eine Brücke bauen zu wollen, auf der sie quasi über die Wirtschaftskrise hinwegschreiten können. Zumindest bis zum Wahltag scheint das milliardenteure Konstrukt zu tragen.
Denn angesichts des scharfen Konjunktureinbruchs ist die Arbeitslosigkeit eher moderat gestiegen und beschert den Großkoalitionären auf dem Papier mit knapp 3,5 Millionen Erwerbslosen die beste Bilanz, die eine Regierung im wiedervereinten Deutschland zum Wahltag bislang vorgelegt hat.
Für viele Passanten wird die Brücke nicht ans Ufer führen
Doch bildet die Statistik das wahre Ausmaß der Unterbeschäftigung nur mit großen Lücken ab. Neben den 1,4 Millionen Kurzarbeitern blendet sie etwa ebenso viele Erwerbslose in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen aus.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wird die Wirtschaftskrise in diesem Jahr den Arbeitsmarkt weniger stark treffen, als befürchtet. Insgesamt werde man deutlich unter der Vier-Millionen-Marke bleiben, sagte BA-Chef Weise.
Auf die Dauer wird kein Staat gegen eine sinkende Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen ansubventionieren können. Auch wenn es derzeit gute Gründe zu der Annahme gibt, dass die schlimmsten Szenarien am deutschen Arbeitsmarkt im kommenden Jahr nicht Wirklichkeit werden. Genauso wahrscheinlich ist es leider auch, dass für viele Passanten die Brücke nicht ans rettende Ufer führt.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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