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Kurssturz Frankreich und Belgien wollen Dexia-Bank retten

 ·  Als Anteilseigner sichern die Regierungen der Bank Unterstützung zu. Doch die Märkte reagieren panisch - auch aus Angst vor einer europaweiten Bankenkrise.

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Die Aktie der teilverstaatlichten belgisch-französischen Bank Dexia ist trotz Hilfszusicherungen der Regierungen am Dienstagvormittag weiter eingebrochen. Das Papier stürzte zeitweise um 38 Prozent auf 0,81 Euro ab, nachdem es am Montag bereits gut zehn Prozent nachgegeben hatte. Die Regierungen in Brüssel und Paris hatten zuvor angekündigt, die in Turbulenzen geratene Bank Dexia mit einer Staatsgarantie absichern.

In einer gemeinsamen Erklärung der zuständigen Wirtschaftsministerien beider Länder hieß es am Dienstag: „Im Rahmen der Dexia-Umstrukturierungen werden der belgische und französische Staat alle notwendigen Maßnahmen zur Absicherung von Anlegern und Gläubigern vornehmen.“ Dabei verpflichteten sie sich zu einer Garantie der von Dexia zu erhebenden Finanzierungen. Dexia ist in Belgien, Luxemburg und Frankreich sowie über die Tochter Deniz-Bank in der Türkei aktiv. Außerdem ist das Kreditinstitut stark im Geschäft mit griechischen Staatsanleihen vertreten.

Dexia hält griechische Anleihen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro

Dexia hatte für das zweite Quartal 2011 einen Verlust von vier Milliarden Euro ausgewiesen. Als Gründe gab die Bank Umstrukturierungen und Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen an. Per Ende Juni 2011 führte die Bank griechische Staatsanleihen im Volumen von 1,8 Milliarden Euro in ihrer Bilanz auf. Das Kreditinstitut engagiert sich auch im Finanzierungsgeschäft öffentlicher Schuldner wie Kommunen. Nach Angaben der Ratingagentur Moody’s ist Dexia weiterhin stark von kurzfristiger Refinanzierung abhängig und damit besonders anfällig für die sich verschlechternden Marktbedingungen für Banken infolge der Schuldenkrise. Am Montag hatte Dexia mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat Vorstandschef Pierre Mariani zu einer Umstrukturierung aufgefordert habe. Altlasten würden zunehmend zu einer Bürde für das operative Geschäft.

Belgiens amtierender Premierminister Yves Leterme versicherte, die Anteilseigner und die Sparer der Bank würden in der Krise „nicht einen Eurocent verlieren“. Belgien und Frankreich seien in Gesprächen, wie sie als Anteilseigner der Bank solidarisch zusammenarbeiten könnten, um Dexia durch die schwierige Situation in der Eurokrise zu bringen, sagte er im Flämischen Fernsehen VRT. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga erklärte er dem Sender weiter: „Es gibt mehrere Möglichkeiten. Wir erwarten einen konkreten Vorschlag des Verwaltungsrats und des Vorstandchefs von Dexia.“

Spekulation über Aufspaltung

An den Finanzplätzen in Brüssel und Paris wird weiter über eine Aufspaltung der Gruppe spekuliert - mit einer „Bad Bank“ (Abwicklungsanstalt) für die Altlasten. Die belgischen Zeitungen „De Standaard“ und „De Morgen“ berichteten von Plänen, nach einer möglichen Aufspaltung die profitablen Teile noch in diesem Jahr zu verkaufen. Die Einnahmen aus den Verkäufen und Garantien von Frankreich und Belgien sollten dann dazu dienen, die noch vorhandenen Schrottpapiere der Bankengruppe in die sogenannte Bad Bank auszulagern. Konkret hat das Geldhaus dies noch nicht bestätigt.

Dexia hatte schon im Zuge der letzten Finanzkrise 2008 staatliche Hilfe gebraucht. Nach der Rettungsaktion gehört Dexia zu 17,6 Prozent dem französischen Staatsfonds CDC. Weitere jeweils 5,7 Prozent werden von Belgien und Frankreich direkt gehalten, dazu kommen 5,7 Prozent im Besitz der belgischen Regionen. Die Bank beschäftigt 35.000 Mitarbeiter. Für das Jahr 2010 wies sie noch einen Gewinn von 723 Millionen Euro aus.

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04.10.2011, 16:18 Uhr

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