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Kurseinbruch Die Siemens-Krankheit

17.03.2008 ·  Zu lange hat Peter Löscher die Öffentlichkeit im Glauben gelassen, bei Siemens sei jenseits des schwelenden Korruptionsskandals zumindest im Kerngeschäft alles im Lot. Mit der aktuellen Gewinnwarnung hat der große Hoffnungsträger viel an Glanz verloren: Alles hat auch Löscher nicht im Griff.

Von Marcus Theurer
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Das geht auch auf die Kappe von Peter Löscher. Mehr als zehn Milliarden Euro Börsenwert hat der größte deutsche Industriekonzern durch seinen Kurseinbruch vom Montag verloren - ein für Siemens beispielloser Ausverkauf.

Die panische Reaktion der Börse spricht Bände: Zu lange hat der Vorstandschef die Öffentlichkeit im Glauben gelassen, bei Siemens sei jenseits des schwelenden Korruptionsskandals zumindest im Kerngeschäft alles im Lot. Der große Hoffnungsträger hat damit viel an Glanz verloren: Alles hat auch Löscher nicht im Griff.

Explosive Problem-Mischung

Stattdessen wird nun deutlich, mit welcher explosiven Problem-Mischung das Unternehmen zu kämpfen hat. Die schwierige und essentielle Einigung mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC im Korruptionsskandal lenkt das Management vom operativen Geschäft ab.

Zugleich zeigen die Milliardenbelastungen, dass die alte Siemens-Krankheit mitnichten kuriert ist: Irgendwo in dem Industriekonglomerat, das Glühbirnen genauso wie Kraftwerke fertigt, brennt es immer. Löscher hat angekündigt, an der breiten Aufstellung des Konzerns festhalten zu wollen. Wenn er die Siemens-Krankheit nicht in den Griff bekommt, geht das auf Dauer nicht.

Quelle: F.A.Z., 18.03.2008, Nr. 66 / Seite 9
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Jahrgang 1972, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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