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Kuriose Warnung Bierbrauer sehen Reinheitsgebot durch Fracking bedroht

 ·  Die Erdgasförderung aus tiefen Gesteinsschichten (Fracking) ist schon länger höchst umstritten. Jetzt mischen sich kurioserweise auch noch die Bierbrauer ein. Sie fürchten um das deutsche Reinheitsgebot - wegen möglicher Verunreinigungen des Trinkwassers.

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© dpa Vergrößern Durch Fracking-Chemikalien verunreinigt? Die Brauer machen sich Sorgen.

Die in Deutschland sehr umstrittene Erdgasförderung aus tiefen Gesteinsschichten (Fracking) erregt abermals die Gemüter – diesmal aus kuriosem Grund: Neuerdings sorgen sich die Bierbrauer um das deutsche Reinheitsgebot, sollte die neue Technik hierzulande eingesetzt werden. Konkret hegen sie die Befürchtung, dass das Trinkwasser zu stark verunreinigt werden könnte, wie die „Bild“-Zeitung aus einem Brandbrief der Brauer an die Bundesregierung zitierte und wie ein Verbandssprecher mittlerweile bestätigt hat.

Beim Fracking werden mit hohem Druck unter Chemikalieneinsatz Gesteinsschichten so aufgebrochen, dass das Gas nach oben entweichen kann. Durch die giftigen Chemikalien befürchten Kritiker unter anderem eine Verseuchung des Trinkwassers. Deshalb empfiehlt das Umweltbundesamt, das Fracking nur unter strengen Auflagen zu genehmigen.

„Die bislang von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesänderungen reichen nicht aus, um die erforderliche Sicherheit für die Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen“, heißt es nun in dem Schreiben der Bierbrauer, das an sechs Minister gerichtet ist, unter anderem an Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

Auch Bayern fürchtet Fracking-Risiken

Ende Februar hatten das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der eine Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes vorsieht, um strenge Auflagen für das Fracking sicherzustellen. Zudem soll es bei allen neuen Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben. Den Bierbrauern reicht dies aber offenbar nicht aus.

Auch das Land Bayern pocht auf ein Moratorium für die umstrittene Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. „Solange die Risiken des Einsatzes chemischer Substanzen beim Fracking nicht abschätzbar sind und negative Folgen für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können, darf diese Technik nicht zur Anwendung kommen“, hatte Umweltminister Marcel Huber (CSU) Anfang des Monats gefordert. Ähnlich argumentieren von SPD und Grünen regierte Länder. Das Einbringen des Fracking-Gesetzentwurfs ins Kabinett ist mittlerweile schon mehrfach verschoben worden.

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23.05.2013, 11:13 Uhr

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