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Technischer Fortschritt : Prinz Harry lässt sich Künstliche Intelligenz erklären

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Prinz Harry interessiert sich auch für Technologie. Bild: dpa

Schlaue Computerprogramme können immer mehr. Prinz Harry spricht darüber mit einem der führenden Fachleute der Welt, dessen Unternehmen nicht nur in den Strategiespielen Schach und Go Maßstäbe gesetzt hat.

          Der Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz erfasst gerade unzählige Unternehmen, ganze Branchen werden sich nach Ansicht der führenden Fachleute infolgedessen verändern. Andrew Ng, der die neue Hoffnung mit ausgelöst hat, vergleicht den Einfluss dieser Technologie gerne mit dem der Elektrizität vor hundert Jahren. Auch Regierungen erkennen das und kümmern sich darum. Prominent hat beispielsweise die Administration in Peking im Sommer einen nationalen KI-Plan angekündigt mit dem Ziel, China bis ungefähr zum Jahr 2030 zur dominierenden KI-Macht auf dem Globus zu machen.

          Auch die britische Premierministerin Theresa May räumt dem Thema in ihrer wirtschaftspolitischen Strategie eine herausgehobene Position ein – sie sieht darin eine Schlüsseltechnologie für Britannien. Nun hat auch die oberste Repräsentanz des Vereinigten Königreiches die Bedeutung Künstlicher Intelligenz deutlich gemacht, die königliche Familie selbst. Prinz Harry führte dafür in der BBC ein Interview mit dem KI-Experten Demis Hassabis.

          Der ist längst über das Fach hinaus bekannt geworden: Er ist einer der Gründer und bis heute der Geschäftsführer der KI-Unternehmung Deepmind, die vor drei Jahren das Internetunternehmen Alphabet (Google) für einen dreistelligen Millionenbetrag übernommen hatte. Deepminds schlaues Computerprogramm ist jüngst in der Version „Alpha Zero“ in die Schlagzeilen geraten, weil es sich selbst die Strategiespiele Schach, Go und die japanische Schachvariante Shogi beibrachte in kurzer Zeit – und in jedem Spiel Weltklasse-Niveau erreichte.

          Hassabis bekräftigte in dem Gespräch mit dem britischen Prinzen nun, welche große Erwartung er hat an die immer intelligenteren Algorithmen hat. Künstliche Intelligenz werde eine der nützlichsten Technologien für die Menschheit aller Zeiten. Besonders in der Art und Weise, „in der wir sie in Schwung bringen können“, um etwa Fortschritte in der Wissenschaft oder speziell der Medizin zu machen im Kampf gegen Klimawandel oder Alzheimer. Deepmind arbeitet schon länger mit dem staatlichen britischen Gesundheitssystem NHS zusammen, was auch schon zu einer brisanten Debatte über den Umgang mit Patientendaten führte.

          „Wir sind alle Gläubige“

          Prinz Harry sprach in dem Interview auch die soziale Verantwortung von führenden Unternehmen in diesem Feld an, worauf Hassabis antwortete: „So wie jede mächtige Technologie wird auch diese viel Veränderung auslösen, und Veränderung kann beängstigend sein.“ Es gehe deswegen auch darum „sicherzustellen, dass wir früh nachdenken, wie wir diese Technologien ethisch und verantwortlich einsetzen, damit jeder von ihnen profitiert“.

          Unter Fachleuten für Künstliche Intelligenz läuft auch darüber schon einige Zeit eine intensive Diskussion, in der es um mehrere Punkte geht: Sicherheit der Technik gegenüber Manipulationsversuchen und Regulierung oder ein Verbot beispielsweise autonomer Waffen sind nur zwei davon.

          Der Physiker Max Tegmark, der sich schon lange mit dem Einfluss von Technologie auf Gesellschaft beschäftigt, sagte gegenüber FAZ.NET unlängst auf die Frage, ob Künstliche Intelligenz gefährlich ist: „Sogar Feuer ist gefährlich, aber das bedeutet nicht, dass wir es nicht verwenden sollten, um unsere Häuser zu wärmen. Ich bin optimistisch, dass wir eine inspirierende Zukunft kreieren können mittels Künstlicher Intelligenz, wenn wir den Wettlauf gewinnen zwischen der wachsenden Macht der KI und der wachsenden Weisheit, mit der wir sie managen.“

          Deepmind-Gründer Demis Hassabis machte im Gespräch mit Prinz Harry klar, dass auch er zuversichtlich bleibt für den technischen Fortschritt insgesamt. „Wir sind alle Gläubige, ich bin ein großer Gläubiger an die Macht des Guten von Wissenschaft und Technologie“, sagte er, ergänzte jedoch auch: „Aber man muss darüber schon ganz am Anfang stärker nachdenken, weil man keine Technologie kreiert, um auf die damit einhergehenden Probleme zu warten und dann zu versuchen, sich zu beeilen und sie in den Griff zu bekommen.“

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