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Mit dieser Zahnbürste können Kinder „böse Kariesmonster“ fangen. Bild: Reuters

CES in Las Vegas : Zahnbürsten mit „Augmented Reality“

Die Trendthemen auf der wichtigsten amerikanischen Technikmesse heißen „Augmented Reality“ und die allgegenwärtige Vernetzung. Dabei ist auch Platz für Kuriositäten. Ein Rundgang.

          Pauline Eveno klingt fast etwas irritiert: „Wir sind wohl so ziemlich die Einzigen hier, deren Produkt nicht vernetzt ist“, sagt die Mitgründerin des französischen Unternehmens Syos. Eveno ist mit Syos am Sonntagabend auf der „Unveiled“-Schau, traditionell einem der ersten Programmpunkte auf der Elektronikmesse CES, wo Dutzende Unternehmen Produktneuheiten vorstellen. Wie schon in den vergangenen Jahren sind vernetzte Gegenstände des Alltags oder das „Internet der Dinge“ ein beherrschendes Thema. Syos zählt nicht zu dieser Kategorie, bedient sich aber ebenfalls moderner Technik und zeigt eines der originellsten Produkte der Veranstaltung: maßgeschneiderte Mundstücke für Saxophonisten. Auf Basis eines Fragebogens, den Musiker ausfüllen, entwirft ein Algorithmus von Syos ein passendes Mundstück, das dann mit 3D-Druck aus Plastik hergestellt wird. Eveno hat auch den lokalen Musiker Eddie Rich mitgebracht, der sonst in Las Vegas in der Show der Gruppe Boyz II Men auftritt, an diesem Abend aber das Messepublikum mit seinem Saxophon unterhält. Rich sagt, er sei selbst zufriedener Kunde von Syos: „Das Mundstück, das sie mir gemacht haben, war auf Anhieb perfekt.“

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die „Unveiled“-Schau ist jedes Jahr ein kunterbunter Mix von Produkten. Es ist viel Abseitiges dabei, aber in diesem Tummelplatz von Ideen spiegeln sich auch die großen Trendthemen der Technologiebranche wider, ob es nun das Internet der Dinge ist oder „Augmented Reality“, also das Anreichern der realen Umgebung mit digitalen Elementen. Das französische Unternehmen Kolibree zeigt zum Beispiel eine „Augmented Reality“-Zahnbürste für Kinder, angeblich die erste ihrer Art. Sie soll Kinder auf spielerische Weise dazu bringen, sich ihre Zähne richtig und lange genug zu putzen. Das geschieht in Verbindung mit einem Smartphone, auf dem sich die Kinder selbst beim Putzen zusehen können. Sie sind dabei umgeben von einer digitalen Welt mit einem Gebiss, das widerspiegelt, wie gut sie beim Putzen vorankommen. Je besser sie ihre Sache machen, umso höher sind ihre Chancen, ein „böses Kariesmonster“ zu besiegen und digitale Trophäen zu gewinnen. Holly Hasegawa von Kolibree sagt, sie sei selbst Zahnärztin und dieser spielerische Ansatz funktioniere bestens.

          „Botley“ vom Anbieter Learning Resources soll schon Fünfjährigen Grundlagen des Programmierens beibringen. Bilderstrecke

          Viele Aussteller versuchen, Besucher mit digital aufgerüsteten Versionen von alltäglichen Gegenständen zu begeistern. „Hi, sind Sie bereit für ein neues Duscherlebnis?“, fragt eine Vertreterin von Elmer, einem Hersteller von Duschkabinen aus Frankreich, die mit dem Internet verbunden sind. Der Vernetzungstrend bringt traditionsreiche Industrieunternehmen nach Las Vegas, die früher nichts mit der Veranstaltung am Hut hatten. Zum Beispiel Kohler, ein 1873 gegründetes amerikanisches Familienunternehmen, das Küchen und Bäder ausstattet und zum ersten Mal auf der CES ist. Kohler stellt einen vernetzten Spiegel vor, der mit der Assistenzsoftware Alexa des Online-Händlers Amazon arbeiten kann. Seine Nutzer können sich von ihm mit Musik unterhalten oder mit Informationen über Staus versorgen lassen. Kohler hat auch eine Reihe anderer vernetzter Haushaltsprodukte von Wasserhähnen bis zu Toiletten im Programm.

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