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Cyber Valley : Warum Amazon ins Schwäbische zieht

Schwäbische Schönheit: Kreation des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Bild: MPI

Bei Stuttgart entsteht eine große Forschungskooperation für schlaue Computer. Angesagte Unternehmen machen mit – nun auch der weltgrößte Internethändler. Und nicht nur mit einer jährlichen Millionen-Überweisung.

          Das Cyber Valley ist noch kaum bekannt, doch der Name Amazon könnte das jetzt ändern. Der Internethändler aus Amerika, der seine Fühler immer dorthin ausstreckt, wo spannende Entwicklungen stattfinden, ist neuer Industriepartner dieser Forschungskooperation im Raum Stuttgart-Tübingen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Wir gewinnen damit einen weiteren starken Partner, der die internationale Bedeutung der Forschung auf dem Gebiet des Maschinellen Lernens und Wahrnehmens im Raum Stuttgart-Tübingen noch einmal steigern wird“, kommentiert Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft: „Nur wenn wir Spitzenforschung und Unternehmergeist zusammenbringen, entsteht der Nährboden für Innovationen, die sich später einmal als technische Durchbrüche erweisen können.“

          „Autos das erste bedeutende Massenprodukt“

          Abseits des Engagements für das Cyber Valley hat Amazon das schon konkret demonstriert. So wird Amazon zwar in den nächsten Jahren wie die anderen Industriepartner dieser Zukunftsinitiative 1,25 Millionen Euro beisteuern, um Forschungsgruppen einzurichten. Aktuell aber hat der amerikanische Konzern schon sehr viel mehr Geld ausgegeben für ein junges Unternehmen, das aus dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPIIS) hervorgegangen ist: Body Labs. „Mit dem Unternehmen sind wir angetreten, um Methoden der Künstlichen Intelligenz, mit denen Computer Bewegungen und Formen in drei Dimensionen verstehen, für verschiedene industrielle Bereiche zu kommerzialisieren“, erklärt Michael Black, Direktor am MPIIS und Mitgründer des Unternehmens, das seinen Sitz in New York hat.

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          Black wird ebenso wie sein Direktoren-Kollege Bernhard Schölkopf Partner für  Amazon auch bei weiteren Aktivitäten sein. Unter anderem plant Amazon auch noch ein KI-Forschungszentrum mit hundert Mitarbeitern in Tübingen. Zur jetzt angekündigten Kooperation gehören außerdem sogenannte „Amazon Research Awards“ (ARA) in Höhe von 420.000 Euro jährlich, die vor allem in die Forschung von Doktoranden und Post-Doktoranden am MPIIS fließen sollen, um den Nachwuchs im Bereich Künstliche Intelligenz zu fördern. „Auf diese Weise schaffen wir eine wesentliche Voraussetzung, damit sowohl die Wissenschaft als auch die Wirtschaft weiterhin die kreativen Köpfe findet, mit denen wir unsere Vorreiter-Position im Bereich der intelligenten Systeme festigen können“, kommentiert Bernhard Schölkopf den Geldregen aus Amerika.

          Mit dem Einstieg von Amazon wird deutlich, dass trotz der Nähe zur Automobilwirtschaft das Cyber Valley sich nicht auf Themen der Mobilität beschränken will. Den Eindruck konnte man mit Blick auf die privatwirtschaftlichen Geldgeber bekommen, die beim Start des Cyber Valley 2016 dabei waren, allen voran Bosch und Daimler, die jeweils einen Stiftungs-Lehrstuhl finanzieren, dazu BMW und Porsche und der Zulieferer ZF Friedrichshafen. Für diese Unternehmen ist Künstliche Intelligenz einer der Entwicklungsschwerpunkte für die nächsten Jahre – denn um Fahrzeuge autonom fahren zu lassen, reicht das klassische Programmieren nicht aus.

          „Autos werden das erste bedeutende Massenprodukt sein, das physische KI-Systeme in den Alltag bringt“, erwartet daher Matthias Tröndle, Forschungskoordinator am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme Tübingen-Stuttgart (MPIIS), der in der Gründungsphase die Aktivitäten des Cyber Valley koordiniert. Allerdings sei man offen in alle Richtungen, wurde von Beginn an betont. So gehörte auch Facebook von Anfang an zu den großen Industriepartnern des Cyber Valley.

          „Das Facebook Research Lab, bisher angesiedelt in New York und Paris, ist führend in der Grundlagenforschung zum Deep Learning", urteilt jedenfalls Tröndle. Deep Learning ist eine Technik der Künstlichen Intelligenz, die sich an der vermuteten Funktionsweise des menschlichen Gehirns orientiert - und die im Falle von Facebook beispielsweise dazu führt, dass man verblüffend gut passende Werbung auf seinem Facebook-Profil wiederfindet.

          Quelle: FAZ.NET

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