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Amazon-Manager im Gespräch : „Sehr viele Experten kommen aus Deutschland“

Ralf Herbrich kümmert sich für Amazon um die Künstliche Intelligenz. Bild: Amazon

Der weltgrößte Internethändler steckt Geld in einen deutschen Hotspot für Künstliche Intelligenz. Gegenüber FAZ.NET erklärt der verantwortliche Manager Ralf Herbrich, was für Talente es hier gibt. Und was Amazon damit vorhat.

          Was hat das Cyber Valley, was Amerika nicht hat?

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Wir gehen dahin, wo die guten Leute sitzen. Das Cyber Valley hat herausragende Wissenschaftler, die verantwortlich sind für viele Durchbrüche, die für Amazon wichtig sind.

          Was ist das, worauf Amazon abfährt?

          Was uns interessiert, kann man in zwei Gruppen einteilen. Erstens geht es um Maschinelles Sehen, also vor allem interessiert uns, wie man menschliche Körper in digitale Abbilder umsetzt. Das macht Michael Black mit Body Labs. Das zweite ist das Thema Kausalität, dafür ist Bernhard Schölkopf Experte. Hier geht es darum, dass man aus Beobachtungen Muster erkennt und daraus automatisch Entscheidungen ableitet. Eine Anwendung für uns ist die Entscheidung, welche Produktbeschreibungen wie auf das Kaufverhalten wirken.

          Black und Schölkopf sind Doktoren am Max Planck Institut für Intelligente Systeme (MPIIS) in Tübingen. Aber jetzt arbeiten sie auch für Amazon?

          Ja. Sie werden Direktoren am MPIIS bleiben, aber in Teilzeit und flexibel auch in dem Forschungszentrum, das wir in Tübingen aufbauen. Dort werden sie Arbeiten initiieren und validieren. Das wissenschaftliche Management, das sehr viel zeitintensiver ist, werden aber andere übernehmen. Uns geht es mit unserem Scholars Programm auch darum, den Austausch zwischen der universitären und der angewandten Forschung zu fördern. 

          Was kann man sich denn unter dem Unternehmen Body Labs vorstellen. Wird das unsere virtuelle Umkleidekabine?

          In diese Richtung geht es. Mit Größen von S bis XL ist ja nicht viel ausgesagt über die eigentliche Passform. Wichtig ist ja schon, dass man die richtige Größe bestellt. Das kann Body Labs regeln. Und wir haben natürlich einige Forschungsideen, die darüber hinausgehen.

          Die Industriepartner des Cyber Valley kommen bisher überwiegend aus der Autobranche. Ist das für Amazon interessant?

          Das Thema Forschung ist sehr wichtig für uns. Mit den anderen Industriepartnern haben wir noch keine Anknüpfungspunkte. Aber es gibt regelmäßige Treffen der Partner. Ich will nicht darüber spekulieren, was wird.

          Diese Einrichtungen gehören zum Cyber Valley:

          Wie groß und umfangreich ist denn die Forschung von Amazon im Bereich Maschinelles Lernen?

          Amazon hat vor fünf Jahren begonnen mit einer kleinen Gruppe, die die Anwendung Künstlicher Intelligenz vorantreiben soll. Das ist mein Verantwortungsbereich. Meine Mitarbeiter sitzen in New York und Seattle, aber auch in Cambridge, Barcelona, demnächst in Tübingen und in Berlin, wo das Amazon Development Center seinen Sitz hat. Auffällig ist, dass sehr, sehr viele Experten auf diesem Gebiet aus Deutschland kommen. Das ist wirklich ein hoher Prozentsatz.

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