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Künstliche Intelligenz : So stark ist Deutschland in der Erforschung schlauer Computer

Künstliche Neuronale Netze: Die große Hoffnung gerade ist, dass Computerprogramme selbst lernen. Bild: © Steven T. Caputo, CereberallHack.com

Künstliche Intelligenz wurde in Amerika erfunden. Doch Deutschland ist in der Forschung bis heute ebenfalls spitze. Eine Reise in die führenden Labore des Landes.

          Die Intelligenz der Zukunft kommt aus den Laboren der Wissenschaft und erreicht nun den Alltag. Sprechende Handys; riesige Fabriken, die sich selbst steuern; Roboter, die im Operationssaal stehen, Aktien handeln oder kranke Menschen pflegen. Was vor wenigen Jahren noch Science-Fiction war, gewinnt heute an Gestalt: Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          „Die vergangenen siebzehn Jahre hat sich so gut wie niemand wirklich dafür interessiert, was wir hier machen“, sagt Christian Bauckhage. Einige Computer- und Software-Spezialisten vielleicht, ein paar Nerds, Roboteringenieure und vor allem die Fans von Science-Fiction. „Nun stehen sie alle vor der Tür“, sagt er. Autokonzerne , Banken, Versicherungen, Pharmahersteller sowie Headhunter aus dem Silicon Valley rufen zudem täglich an.

          Maschinen werden zu Robotern

          Bauckhage lacht. Er ist Professor an der Universität in Bonn und einer der führenden Wissenschaftler für Machine Learning am Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin. Eine Kleinstadt zwischen Köln und Bonn. Er arbeitet mit seinen Studenten an einem jener Entwicklungslabors, an dem Visionen und Theorien in mathematische Algorithmen gefasst, in Software gegossen und auf Computerbildschirme gebracht werden. Er arbeitet am morgen.

          Seit sich am Institut für Informatik der Universität Bonn Mitte der siebziger Jahre rund um den Computerwissenschaftler Gerd Veenker die ersten Kybernetiker, Informatiker und Mathematiker in Deutschland trafen, um das Thema der künstlichen Gehirne anzupacken, hat sich vieles getan: Es wurden grundlegende Werke geschrieben; zudem viel phantasiert und gerechnet. Im Zentrum der Spekulationen stand die Maschine der Zukunft. Sie wird nicht mit Dampf oder Öl betrieben, sondern mit Daten gespeist.

          Etwa 250 Kilometer weiter im Süden sitzt Wolfgang Wahlster. Er ist Professor für Informatik und einer der Pioniere der KI-Entwicklung in Deutschland. Vor allem aber ist er wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI). Es ist mit seinen 880 Mitarbeitern in Saarbrücken, Kaiserslautern, Bremen, Berlin und Osnabrück eines der größten Forschungszentren der Welt für die Künstliche Intelligenz. Von hier aus wurden viele Themen angeschoben, vor allem in der Spracherkennung durch Maschinen.

          Rund 80 Unternehmensgründungen aus dem DFKI heraus mit heute 3.700 Mitarbeitern zeigen, dass die Forschungen nicht nur zu theoretischen Erkenntnissen führten, sondern auch praktische Anwendungen fanden. „Künstliche Intelligenz erlebt eine Blütephase“, sagt Wahlster. Er spürt das auch an der Fülle von Aufträgen, von denen sich sein Forschungszentrum ausschließlich finanziert.

          Ähnlich geht es den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft; viel Geld fließt ihnen derzeit zu. Fördermittel, Aufträge, Einnahmen aus Patenten und Lizenzen. Die Institute sind wahre Ideenschmieden. Hier wurde schon der MP3-Player aus der Taufe gehoben; hier wurde erstmals weißes LED-Licht erzeugt; hier haben sie aus dem Licht einer Zimmerlampe einen Internetzugang gebaut. Nun stehen bei Deutschlands Forschungselite digitale Daten ganz oben der Agenda. Und die werden Maschinen zu Robotern machen.

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