18.02.2010 · Die weltweite Nachfrageflaute hat Daimler den ersten Milliardenverlust seit neun Jahren eingebracht. Der Autokonzern fuhr 2009 ein Minus von 2,6 Milliarden Euro ein. Die Dividende wird gestrichen, der Aktienkurs bricht ein. Dennoch gibt sich Konzernchef Zetsche optimistisch fürs laufende Geschäftsjahr.
Der Autobauer Daimler muss für das Krisenjahr 2009 einen Milliardenverlust verkraften. Unter dem Strich stehe ein Minus von 2,6 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von lediglich rund zwei Milliarden gerechnet.
Im Jahr zuvor hatte der Premiumhersteller noch 1,4 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. Der Umsatz sank von 95,9 Milliarden auf 78,9 Milliarden Euro. Die Aktie brach daraufhin vorübergehend um knapp zehn Prozent ein. Gegen Mittag betrug das Minus noch rund 5 Prozent (Zum Börsenkurs). Die Daimler-Aktien rissen auch Titel von BMW und, weniger ausgeprägt, von Volkswagen mit in die Tiefe.
Der Stuttgarter Autobauer zahlt erstmals seit 14 Jahren keine Dividende. Die Aussetzung sei aber kein Signal für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr, sagt das Unternehmen. Im Vorjahr hatte Daimler die Dividende bereits gekürzt: auf 60 Cent je Aktie von zuvor zwei Euro.
Lastwagengeschäft besonders schlecht
Auch vor Zinsen und Steuern stand in der Bilanz der Stuttgarter im vergangenen Jahr ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro (Ebit). Rund ein Drittel davon ging auf das Konto des Autogeschäfts mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach. Der Absatz von Mercedes-Benz Cars sank von 1,2 Millionen auf 1,09 Millionen Autos. Zum Jahresende konnte die Marke mit dem Stern aber wieder etwas zulegen.
Der Löwenanteil des Verlustes fiel mit etwa zwei Dritteln auf das Geschäft mit Lastwagen. Der Absatz sank auf 259.300 Lastwagen. Der Einbruch führte zu einem Verlust von 1 Milliarde Euro nach einem Gewinn von 1,6 Milliarden Euro 2008. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller jedoch auch hier die Talsohle
erreicht.
Der Bereich Mercedes-Benz Vans erzielte im vergangenen Jahr mit 26 Millionen Euro gerade noch ein positives operatives Ergebnis. Die Busparte erwirtschaftete ein Ebit von 183 Millionen Euro nach 406 Millionen Euro im Vorjahr. Durch die endgültige Trennung von dem Restanteil an der amerikanischen Tochter Chrysler entstanden Aufwendungen von 378 Millionen Euro.
Der Anteil von Daimler am Ergebnis des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS betrug 88 Millionen Euro. Mögliche Belastungen aus den laufenden Verhandlungen zwischen der EADS und den Bestellländern des Militärtransporters A 400M seien dabei noch nicht berücksichtigt.
„Wir kommen mit hohem Drehmoment aus der Krise“
Daimler-Chef Dieter Zetsche gab sich für 2010 optimistisch: „Nach der kontrollierten Defensive 2009 spielen wir ab 2010 wieder auf Angriff“, kündigte der Manager an. „Wir kommen mit hohem Drehmoment aus der Krise.“
Zetsche rechne vor allem mit einem Anziehen der Pkw-Verkäufe in den nächsten Monaten, sagte er. Die Märkte in China und Indien entwickelten sich positiv. Auch beim Lastwagen-Absatz sei mit moderaten Zuwächsen zurechnen. Daimler geht für das Gesamtjahr von einem Absatzanstieg im Jahresvergleich aus. Auch der Umsatz soll wieder steigen.
Im Zuge der Talfahrt der Stuttgarter im vergangenen Jahr war zeitweise auch die Position von Zetsche kritisch hinterfragt worden (Doktor Z. will „das Beste oder nichts“). Am Mittwochabend wurde der Vertrag des Managers jedoch bis Ende 2013 verlängert. Auch für das Aufrücken des Zetsche-Vertrauten Wolfgang Bernhard in den Vorstand gab der Aufsichtsrat grünes Licht. Der bisherige Chef der Transportersparte wird für Produktion und den Einkauf der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars zuständig sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,29 | −0,99% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2439 | −0,39% |
| Rohöl Brent Crude | 105,55 $ | −1,22% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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