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Kreditausfälle in der Krise Gute und schlechte Bank

16.01.2009 ·  Das neue Jahr beginnt mit einem Trommelfeuer schlimmer Nachrichten. Teilverstaatlichung der Commerzbank, Milliardenverlust für die Deutsche Bank, Kurssturz für Finanzaktien. Auch Deutschland muss aufpassen, sich nicht zu übernehmen. Denn die Lage ist verzwickt.

Von Holger Steltzner
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Das neue Jahr beginnt mit einem Trommelfeuer schlimmer Nachrichten. Teilverstaatlichung der Commerzbank, Milliardenverlust für die Deutsche Bank, Kurssturz für Finanzaktien; der nächste Rettungseinsatz für die Hypo Real Estate rückt näher. In New York braucht jetzt auch der letzte Hort finanzieller Stabilität, die Bank of America, staatliche Hilfe. Zugleich wird Irlands drittgrößte Bank verstaatlicht, während in London eine staatliche „Bad Bank“ vorbereitet wird.

Wo soll das enden? Je lauter an den Märkten die Kreditblasen platzen, umso größer werden die Rettungspakete, die panische Regierungen schnüren. Am Versuch, die Verschuldungskrise der Privatwirtschaft mit einer raschen Ausweitung der Staatsschulden zu bekämpfen, können Staaten scheitern. Auch Deutschland muss aufpassen, sich nicht zu übernehmen.

Die Lage ist verzwickt

Denn auch deutsche Banken wollen am liebsten ihre fragwürdigen Wertpapiere, für die es weder Handel noch Preise gibt, auf einer staatlichen Müllkippe für schlechte Risiken abladen. Das freute Manager und Aktionäre der Banken, für den Steuerzahler käme das jedoch teuer. Andererseits kann der Staat wichtige Banken nicht einfach umfallen lassen, da sonst das ganze Finanzsystem zu kippen droht.

Die Lage ist verzwickt. Banken brauchen mehr Kapital, um die Last der Schrottpapiere in den Büchern und die wachsenden Kreditausfälle in der Krise schultern zu können. Doch so lange man den Bilanzen nicht glauben kann, will kaum jemand in Banken investieren. Damit Vertrauen wieder wachsen kann, ist eine Trennung in schlechte und gute Bankteile sinnvoll. Die gute Bank kann dann wieder Kredite vergeben, der schlechte Teil wird abgewickelt.

So hat Schweden seine Bankenkrise überwunden. Zuerst wurden die Aktionäre zur Kasse gebeten. Sobald der Steuerzahler bezahlen musste, ging die Bank in Staatsbesitz über. Schwedens Bankenkrise drehte sich allerdings um Immobilienkredite, die einfach zu bewerten sind. Das Übel dieser Finanzkrise sind hingegen komplexe Wertpapierkonstruktionen, von denen niemand weiß, was sie heute oder morgen wert sind.

Es kann noch schlimmer kommen

Es geht um unvorstellbare Beträge. Allein zehn betroffene Banken in Deutschland könnten 1000 Milliarden Euro in der „Bad Bank“ abladen. Es kann sogar noch schlimmer kommen. Sobald eine Bank verstaatlicht ist, haftet der Bund auch für deren Schuldverschreibungen; davon sind weit mehr als eine Billionen Euro am Markt. Vielleicht müssen nach den Aktionären auch noch Anleihegläubiger ihren Krisenbeitrag leisten.

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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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