Der gescheiterte Übernahmeversuch durch den Gesundheitskonzern Fresenius und die darauf folgenden Veränderungen im Aktionärskreis haben offenbar für erhebliche Verstimmungen zwischen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats geführt. Vor diesem Hintergrund wird der bisherige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Pföhler sein Amt zum 31. Dezember niederlegen. Mit Pföhler geht auch Finanzvorstand Erik Hamann, der zum 30. September aus dem Unternehmen ausscheidet.
Wie es in einer Pressemitteilung der Rhön-Klinikum AG heißt, wird das Aufsichtsratsmitglied Jens-Peter Neumann zum 1. November in den Vorstand wechseln und sein seit 2007 ausgeübtes Aufsichtsratsmandat ruhen zu lassen. Im Vorstand soll Neumann künftig für die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen, Investor Relations und Controlling verantwortlich sein.
Neumann hat zuletzt als Global Head of Capital Markets bei Dresdner Kleinwort Schlagzeilen gemacht. Er wurde als „Gier-Banker“ bezeichnet, weil er sich in einem Prozess 4,5 Millionen Euro Bonus und Abfindung erstritten hatte, obwohl Neumanns Abteilung mit riskanten Geschäften in einem Jahr 5,7 Milliarden Euro Verlust gemacht hatte. Das wollte Neumann, der sich selbst als „sturen Bock“ bezeichnet, nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Er wollte nicht allein die Schuld für etwas bekommen, was nach seiner Meinung die Chefs von Allianz, Dresdner Bank und Commerzbank zu verantworten hatten. Pföhlers Vertrag wiederum wäre im April 2014 ohnehin ausgelaufen. Er hatte zwar signalisiert, nicht verlängern zu wollen, allerdings hatte es zwischen dem alten Vorstand und dem Aufsichtsrat rund um den Vorsitzenden Eugen Münch zuletzt immer wieder geknirscht. Pföhler und vor allem Hamann hätten nach dem Scheitern der Offerte von Fresenius das Unternehmen wohl gern mit dem Wettbewerber Sana verbunden. Doch Münch wollte dem offenbar nicht folgen, sondern den Vorstand im Zuge der bevorstehenden Marktbereinigung personell wieder enger an sich binden.