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Krankenhausfinanzierung : Schlecht behandelt

Auch dieses Jahr wird die Politik wohl wieder ein paar hundert Millionen Euro für die Krankenhausfinanzierung lockermachen. Doch das ist eine Notbeatmung, die auf Dauer nicht weiterhilft.

          In der Finanzierung der 2000 deutschen Krankenhäuser liegt schon lange vieles im Argen. Deshalb nutzt die Krankenhauslobby das Wahljahr, um das Thema mit Macht nach vorne zu bringen und die verantwortlichen Politiker weichzukochen.

          Die Chancen für einen Erfolg stehen gut. Das liegt weniger daran, dass die Argumente der unter den Sparauflagen ächzenden Krankenhäuser so stichhaltig wären. Es sind vor allem die milliardenschweren Rücklagen, die sich im Gesundheitsfonds und in den Krankenkassen angesammelt haben, die es der Politik einfach machen, auch dieses Jahr zum Ausgleich der Kostensteigerungen wieder ein paar hundert Millionen Euro lockerzumachen.

          Nicht mehr als eine Notbeatmung

          Doch diese Notbeatmung hilft auf Dauer nicht weiter. Wer das Problem wirklich anpacken will, muss den Missstand beenden, dass die Länder die Krankenhäuser planen, während die Rechnung an den Bund weitergegeben wird.

          Die Kliniken wiederum müssen sich der Qualitätsdebatte stellen. Nicht nur Kosten und Preise, auch die Behandlungsqualität ist ein Wettbewerbskriterium. Für den Patienten kommt es meist nicht so sehr darauf an, das Krankenhaus möglichst schnell zu erreichen. Wichtiger ist ihm, dass er dort gut behandelt wird.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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