Home
http://www.faz.net/-gqe-75h15
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Kraftwerke Stadtwerke attackieren Energiepolitik der Bundesregierung

Der Verband Kommunaler Unternehmen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung: Obwohl in Süddeutschland Kapazitäten fehlten, verdienten immer mehr Kraftwerke kommunaler Eigentümer kein Geld mehr. „Da läuft einiges schief“, beklagt Verbandspräsident Ivo Gönner in der F.A.Z.

© Müller, Verena Vergrößern Ivo Gönner: Der Oberbürgermeister von Ulm ist seit Oktober Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU)

Scharfe Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung übt der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). Die Versorgungssicherheit mit Strom sei nicht mehr gewährleistet, sagte VKU-Präsident Ivo Gönner der F.A.Z (Donnerstagsausgabe) in einem Interview.

Andreas Mihm Folgen:  

Immer mehr Kraftwerke auch kommunaler Eigentümer verdienten am Strommarkt kein Geld, zugleich fehlten vor allem in Süddeutschland Kapazitäten. Es könne nicht sein, dass nur noch „schmutzige“ Braunkohlekraftwerke Geld verdienten, „der ganze Rest nicht mehr und am Ende nur noch abgeschriebene ,Dreckschleudern‘ und übersubventionierte Erneuerbare ins Netz kommen“. Mit Blick auf die Energiewende beklagte er: „Da läuft einiges schief.“

Neben einer neuen Förderpolitik für Kohle- und Gaskraftwerke verlangte Gönner ein Zurückschneiden der Ökostromförderung. Ein großes Problem sei der ungebrochene Ausbau der erneuerbaren Energien mit der bevorzugen Einspeisung bei einer über 20 Jahre garantierten Kapitalverzinsung. „Das können wir so nicht belassen, das muss runtergefahren, abgeschmolzen werden“, sagte Gönner. Er bezweifelte aber, dass Bund und Länder sich wie geplant bis März auf eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verständigen würden: „Ich glaube, dass die Zeit bis zur Bundestagswahl eher ergebnislos verstreichen wird.“

Unterdessen kündigte die CSU an, Betreiber großer Wind- oder Solarparks zu verpflichten, künftig eine bestimmte Menge an Strom zu garantieren. Das könne ähnlich wie im Emissionshandel durch handelbare Zertifikate erreicht werden. So sollten moderne Gaskraftwerke finanziert und Biogasproduzenten dazu motiviert werden, ihre Energie flexibel einzuspeisen.

Mehr zum Thema

Quelle: ami./F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mehr Freiheit für die Roboter Mein menschenverträglicher Kollege

Auf der Hannover Messe zeigt sich: Aus schnöden Hilfsmaschinen werden jetzt echte Kollegen, die auf Kontakt mit Menschen ihre Funktion stoppen oder Ausweichmanöver fahren. Und kranke Kollegen ersetzen können. Mehr Von Georg Giersberg

17.04.2015, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
Energiewende Kraftwerksbetreiber verlieren Milliarden

Bis 2022 raus aus dem Atomstrom - das ist das Ziel der Bundesregierung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien läuft auf Hochtouren, während der Preis für Strom immer weiter fällt. Herkömmliche Energieträger sind häufig nicht mehr lukrativ. Mehr

09.01.2015, 09:53 Uhr | Wirtschaft
Nord- und Ostsee EU erlaubt Subventionen für 20 Windparks

Die großen Energieerzeuger wollen weitere Windkraftanlagen vor der deutschen Küste bauen. Die EU-Kommission hat Deutschland jetzt erlaubt, den Bau mit Steuergeldern zu bezuschussen. Mehr

16.04.2015, 12:54 Uhr | Wirtschaft
Erneuerbare Energien Windbaum produziert leise und sauber Strom

Die Firma Newwind hat eine Alternative zu herkömmlichen großen Windrädern geschaffen: Der sogenannte Windbaum trägt an seinen Ästen aus Stahl zahlreiche Kunststoffmodule, die sich drehen und so Strom erzeugen. Mehr

03.12.2014, 16:16 Uhr | Wirtschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Senivita-Tochter bietet Wandelanleihe an

Eine Tochtergesellschaft der Senivita Sozial, die Senivita Social Estate, bietet eine Wandelanleihe mit einer Verzinsung von 6,5 Prozent an.Das Rating von Sanha sinkt. Mehr

14.04.2015, 14:10 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.01.2013, 18:23 Uhr

Was tun mit Google?

Von Patrick Bernau

Das EU-Verfahren gegen Google ist übertrieben und nutzlos. Doch mit Google ist längst nicht alles gut. Deshalb sind bessere Ideen gefragt. Mehr 4 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Junge Menschen verkaufen über das Netz

Ein gebrauchtes Smartphone oder der Wohnungsputz – viele Menschen verkaufen Produkte und Dienstleistungen über das Internet. Vor allem junge. Mehr 1