03.01.2008 · Es gibt sie zuhauf, die Autos, die Kraftstoffe auf Pflanzenbasis tanken und mit Erd- oder Biogas fahren. Nur kaum jemand fährt heute mit alternativen Antrieben. Fachleute sagen den alternativen Treibstoffen daher keine große Karriere voraus.
Von Henning PeitsmeierEs muss nicht immer Benzin oder Diesel sein: Autos können heute auch mit Alkohol oder Rapsöl fahren. Die Idee, vom Erdöl unabhängig zu werden, hat die Autoindustrie längst in die Tat umgesetzt. Nur kaum jemand fährt heute mit alternativen Antrieben.
Doch aufgeschreckt von den steigenden Energiekosten und Verschärfungen bei den Emissionsrechten hat die Autoindustrie zuletzt immer größere Anstrengungen unternommen, Alternativen zum Verbrennungsmotor zu entwickeln. Es gibt sie zuhauf, die Autos, die Kraftstoffe auf Pflanzenbasis tanken und mit Erd- oder Biogas fahren. Der schwedische Hersteller Saab hat mit der 9-5-Limousine ein 180 PS starkes Auto im Angebot, das auf Wunsch mit Bioethanol (Alkohol) betankt werden kann.
Die Ökologisierung der Autos
Auch Ford setzt auf den aus Holz gewonnenen Benzinersatz: „Flexi-Fuel“ heißen bei Ford die Autos, die Ethanol wie herkömmliches Benzin in einem beliebigen Mischungsverhältnis verwerten können. Außerdem sind immer mehr Autos mit Erdgasantrieb unterwegs, vor allem Opel hat das Thema vor Jahren für sich entdeckt. Während Volvo die Produktion seiner Erdgasautos gerade wieder einstellt, sind jetzt sogar Kleinwagen mit Erdgas angesagt. Der Smart Fortwo CNG (Compressed Natural Gas) beispielsweise verfügt über einen bivalenten Antrieb, bei dem der Fahrer selbst während der Fahrt zwischen Benzin- und Erdgasantrieb wählen kann.
Doch Fakt ist auch: Die Ökologisierung der Autos muss subventioniert werden. Den Beimischungszwang von Bioethanol zum herkömmlichen Sprit bezahlt der Verbraucher seit diesem Jahr mit 5 bis 7 Cent pro Liter Benzin. Und selbst für die Mineralölindustrie lohnt die geringfügige Beimischung von Rapsdiesel zum herkömmlichen Diesel kaum, da wegen der hohen Nachfrage zwischenzeitlich auch die Rapspreise geklettert sind.
Probleme mit der Tankstellen-Infrastruktur
Ein großes Hindernis auf dem Weg zur Biomobilität ist die dürftige Tankstellen-Infrastruktur. Fahrer von Erdgasautos profitieren zwar von rund 30 Prozent niedrigeren Treibstoffkosten, müssen aber wesentlich häufiger tanken, und das bei einem in Deutschland nur unzureichend ausgebauten Tankstellennetz. An dem kostspieligen Aufbau eines eigenen Netzes etwa für Bioethanol können die großen Mineralölkonzerne kein Interesse haben.
Fachleute sagen den alternativen Treibstoffen keine große Karriere voraus: Rapsöl, Bioethanol oder Erdgas gelten als Technologien, denen bestenfalls ein Marktanteil von 5 Prozent zugebilligt wird. Denn am Ende sind Ethanol oder Biodiesel und Erdgas nur Übergangstechnologien in ein nachhaltiges Kraftstoff-Zeitalter, in dem Autos ganz ohne fossilen Brennstoff auskommen.
Zu Frage 5: Wer profitiert vom hohen Preis?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,52 | −0,98% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2442 | −0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 105,51 $ | −1,25% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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