Der Kosmetikkonzern Beiersdorf erwartet für das laufende Jahr bereinigt ein deutlich über dem Vorjahr liegendes Umsatzwachstum. „Für den Konzern insgesamt erwarten wir ein bereinigtes Umsatzwachstum deutlich über der Wachstumsrate des Vorjahres", teilte der Konzern am Dienstag in seinem Geschäftsbericht mit.
Der Markenartikelproduzent, der bereits seit langem als potenzieller Kandidat für den Dax gilt, rechnet 2004 mit einer leichten Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation und erwartet eine positive Auswirkung auf die Wachstumsraten der wichtigen Märkte. Das Unternehmen will sich auf die kontinuierliche Entwicklung und Pflege des Kerngeschäfts und damit auf seine zehn international erfolgreichen Marken konzentrieren, zu denen neben dem Flagschiff Nivea auch die Körperpflegeprodukte von Labello, Atrix, 8 x 4, Juvena und Hansaplast gehören.
Beiersdorf strebt nach Asien
Die größten Entwicklungsmöglichkeiten sieht Beiersdorf derzeit in Amerika und Asien. Außerdem sollen Akquisitionen durchgeführt werden, sofern sie strategisch zum Kerngeschäft paßten, eine hohe Umsatzqualität aufwiesen, den Ausbau von Marktanteilen ermöglichten und die Ergebnis- und Umsatzziele erfüllten. Zur Bezahlung stünden zusätzlich die eigenen Aktien von 9,99 Prozent zur Verfügung. Vorwiegend will Beiersdorf jedoch aus eigener Kraft wachsen.
Um im stark expandierenden chinesischen Markt näher an den Kunden zu sein, ist ein Tesa-Werk im Raum Shanghai geplant. Das Projekt mit einem Gesamtwert von knapp 20 Millionen Euro soll 2006 die Produktion aufnehmen.
2003 war der Umsatz wechselkursbereinigt um 4 Prozent gestiegen, nominal jedoch um 1,5 Prozent gesunken. Bisher hatte Beiersdorf als Ziel für 2004 ein um Wechselkursveränderungen bereinigtes Umsatzplus von etwa 7 Prozent genannt. In den nächsten Jahren peilt Beiersdorf ein durchschnittliches jährliches organisches Umsatzwachstum von 8 Prozent bis 10 Prozent an. Die Ebit-Umsatzrendite und die Nettoumsatzrendite sollten Vorjahreshöhe erreichen.
Vorstand sieht sich nach Übernahme gut aufgestellt
Die neue Aktionärsstruktur ermögliche die unternehmerische Eigenständigkeit, die Fortsetzung des Wachstumsmodells und die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, schreibt der Vorstand weiter.
Das Hamburger Kaffee- und Handelsunternehmen Tchibo hatte im Oktober zusammen mit einer städtischen Beteiligungsgesellschaft sowie Beiersdorf selbst für gut vier Milliarden Euro 40 Prozent an dem Hamburger Kosmetikunternehmen von dem Münchener Versicherungsriesen Allianz erworben und seine Beteiligung an Beiersdorf auf 49,9 Prozent aufgestockt.
Die nächste Entscheidung der Börse über die Dax-Zusammensetzung steht im Herbst an. Beiersdorf gilt zwar seit längerem als Kandidat, war aber mehrfach wegen Übernahmespekulationen nicht berücksichtigt worden.