23.10.2003 · Die Allianz verkauft ihre 40prozentige Beteiligung am Kosmetikhersteller Beiersdorf an das Konsortium um Tchibo. Der amerikanische Konzern Procter & Gamble ist damit aus dem Rennen.
Der Allfinanzkonzern Allianz verkauft für 4,4 Milliarden Euro fast seinen gesamten Anteil am Kosmetikkonzern Beiersdorf an ein Konsortium unter Führung des Kaffee- und Handelsunternehmens Tchibo. Mit der Veräußerung von 40 Prozent an Beiersdorf für nach Allianz-Angaben 130 Euro je Aktie beenden die Münchener monatelange Spekulationen um die Zukunft der Hamburger Beiersdorf AG. Der amerikanische Konsumgüterriese Procter & Gamble, dem ebenso Interesse an Beiersdorf nachgesagt wurde, ist damit aus dem Rennen.
Wie die Allianz am Donnerstag mitteilte, übernimmt die Tchibo Holding im Zuge einer über mehrere Stufen vereinbarten Transaktion 19,6 Prozent des Beiersdorf-Kapitals und stockt damit ihren Anteil auf 49,9 Prozent auf. Weitere zehn Prozent gehen an die Hamburger Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung HGV, die diesen Anteil wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt an der Börse plazieren soll. Beiersdorf selbst erwirbt den Angaben zufolge im Rahmen eines von der Hauptversammlung bereits genehmigten Aktienrückkaufs 7,4 Prozent der Papiere. Drei Prozent erwirbt zudem die Pensionskasse von Beiersdorf. Ein kleines Restpaket von 3,6 Prozent behält die Allianz im eigenen Besitz.
Hoher Buchgewinn für die Allianz
Tchibo ist bislang bereits mit 30,4 Prozent an dem Hamburger Traditionsunternehmen beteiligt und muß den übrigen Aktionären damit kein gesetzliches Übernahmeangebot unterbreiten.
Mit dem jetzt vereinbarten Verkauf geht ein seit zwei Jahre dauernder Poker um den Beiersdorf-Anteil der Allianz zu Ende, in dessen Verlauf alle großen Branchenkonkurrenten als mögliche Käufer gehandelt wurden. Darunter war neben Procter & Gamble auch der französische Marktführer L'Oreal. Procter & Gamble hatte sein Interesse kürzlich noch bekräftigt, hielt sich mit einem Angebot aber zurück, als Tchibo in aussichtsreiche Verhandlungen mit der Allianz trat. Ein feindliches Angebot hatte der Konzern aus Cincinnati zudem ausgeschlossen.
Konzernstruktur soll erhalten bleiben
Allianz hat nach Angaben verschiedener von der Nachrichtenagentur vwd befragter Analysten durch den Verkauf der Beteiligung einen hohen Buchgewinn erzielt. Der ursprüngliche Preis des Anteils an Beiersdorf dürfte “eher unter einer Milliarde“ gelegen haben, heißt es. Der Gesamtpreis für die abzugebenden Anteile wird nun auf rund 4,4 Milliarden Euro beziffert. Die Höhe des Verkaufspreises von 130 Euro je Aktie überrasche zwar nicht, sei aber gleichwohl sehr positiv zu werten und füge sich damit in das Bild der sich stetig verbessernden Lage des Versicherungskonzerns.
Die derzeitige Konzernstruktur der Beierdorf AG bleibt nach Angaben des neuen Großaktionärs Tchibo erhalten. “Es gibt heute keine Intentionen, an dieser Struktur etwas zu ändern“, sagte Tchibo-Vorstandsvorsitzender Dieter Ammer am Donnerstag während einer Telefonkonferenz. Die drei Geschäftsbereiche cosmed, medical und tesa blieben bestehen. Bereits vor der Transaktion hatte Beiersdorf Spekulationen über einen möglichen Verkauf der tesa-Sparte zurückgewiesen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.419,90 | −1,28% |
| EUR/USD | 1,2369 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 103,03 $ | −0,21% |
| Gold | 1.540,00 $ | −2,50% |
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