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Korruptionsvorwürfe Zeitung: Kleinfeld und Pierer in Siemens-Skandal verwickelt

31.01.2007 ·  Bei Siemens sollen laut einem Zeitungsbericht auch Klaus Kleinfeld und Heinrich von Pierer bereits vor Jahren über Bestechungszahlungen informiert gewesen sein. Das habe ein verdächtiger ehemaliger Siemens-Manager ausgesagt.

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In der Korruptions-Affäre bei Siemens soll nach einem Zeitungsbericht auch die oberste Führungsspitze des Elektrokonzerns bereits vor Jahren über Bestechungszahlungen informiert gewesen sein. Ein verdächtiger ehemaliger Siemens-Manager habe ausgesagt, dass neben dem jetzigen Konzernchef Klaus Kleinfeld auch dessen Vorgänger Heinrich von Pierer über Zahlungen unterrichtet worden seien, berichtete das „Wall Street Journal“ (WSJ). Konkret geht es in dem Bericht um einen angeblichen Korruptionsfall in Saudi-Arabien.

Kleinfeld und von Pierer hätten die Vorwürfe zurückgewiesen und von Schadenersatzzahlungen gesprochen, hieß es. In den Papieren, in die das WSJ Einblick hatte, wird der Münchener Dax-Konzern als Unternehmen dargestellt, in dem Bestechungen an der Tagesordnung und umfassend organisiert waren. Siemens-Managern wird ein hektisches Bemühen unterstellt, die Bestechungsversuche zu verschleiern, um einer Entdeckung durch die Justiz zu entgehen.

Vorwürfe zurückgewiesen

Siemens wies sämtliche Vorwürfe in schriftlichen Stellungnahmen an das WSJ zurück. Kutschenreuter führt in seiner Aussage aus, dass er Anfang 2004 einen Telefonanruf von einem Repräsentanten der saudischen Beratungsfirma Beit Al Etisallat erhielt. Siemens hatte mit Beit Al Etisallat bis zum Jahr 2000 geschäftliche Beziehungen, diese dann aber zugunsten einer Konkurrenzfirma beendet.

Der Anrufer sagte laut Kutschenreuter, Beit fordere 910 Millionen Dollar oder man werde Unterlagen an die US-Börsenaufsicht SEC senden, die belegen würden, dass Siemens in Saudi- Arabien Bestechungsgelder gezahlt habe, um an Telekommunikationsaufträge zu kommen.

Vorgesetzte angeblich informiert

Daraufhin habe Kutschenreuter seine Vorgesetzten, darunter Klaus Kleinfeld und Heinrich von Pierer, über den Vorgang informiert. Mit der Einwilligung des Siemens- Managements sei dann im Januar 2005 eine Einigung mit Beit Al Etisallat erzielt worden. Das Beratungsunternehmen soll 17 Millionen Dollar an ausstehenden Zahlungen und 33 Millionen Dollar als Schweigegeld erhalten haben.

In der Zeugenaussage von Kutschenreuter heißt es weiter, dass ein Siemens-Kollege sich Anfang 2004 mit dem Anrufer von Beit Al Etisallat, Abdul Wahab Al-Akeel, traf und mit Unterlagen nach München zurückkehrte, die belegten, dass Siemens in den späten 1990ern und im Jahr 2000 mit Bestechungsgeldern gearbeitet habe. Die Zahlungen waren anscheinend vorgesehen, um bei Festnetz- und Mobilfunk-Aufträgen von Saudi Telecom den Zuschlag zu erhalten.

Nach diesem Gespräch in London habe Kutschenreuter Kleinfeld und den ehemaligen Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger schriftlich am 26. April 2004 informiert. Auch sei der Vorstand im Januar 2005 über das Ende der Gespräche und das Ergebnis informiert worden.

Pierer und Kleinfeld: Keine Bestechung

Heinrich von Pierer erwiderte in seinem Schreiben an das Wall Street Journal, dass es sich bei der Einigung mit Beit Al Etisallat nicht um eine Bestechung gehandelt habe. Vielmehr habe das saudische Unternehmen von Siemens Schadenersatz verlangt: 875 Millionen Dollar an Gewinnausfall bis zum Jahr 2024, eine Summe, die nicht nachvollziehbar sei. Zudem seien 19 Millionen Dollar an ausstehenden Provisionen sowie 14 Millionen Dollar Schadenersatz für eine entstandene Rufschädigung gefordert worden. Im Januar sei es dann zu einem Vergleich gekommen, der vor einem saudischen Gericht in Riad auch beurkundet worden sei.

Klaus Kleinfeld gab in einer Mail die gleiche Erklärung wie Heinrich von Pierer. Zu keinem Zeitpunkt habe Kutschenreuter Schweigegeld erwähnt. Zudem habe Kleinfeld weder damals noch heute von Bestechungsgeldern gewusst. Ein Sprecher von Abdul Wahab Al-Akeel und Beit Al Etisallat wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen. Saudi Telecom ließ Bitten um Kontaktaufnahme unberücksichtigt.

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