Home
http://www.faz.net/-gqe-7a8x6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Korruptionsaffäre Österreichs Nationalbank suspendiert Vizechef

In Österreich ermittelt seit langer Zeit die Staatsanwaltschaft in einer Korruptionsaffäre bei der Banknotendruckerei. Sie ist ein Tochterunternehmen der Nationalbank. Jetzt hat die Nationalbank ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat in der Korruptionsaffäre um die zum Institut gehörende Banknoten-Druckerei ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert. Aufgrund der Anklage der Wiener Staatsanwaltschaft gegen Wolfgang Duchatczek habe die Zentralbank beschlossen, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die OeNB am Dienstag mit. „Der Generalrat wird nach einer weiteren Prüfung des Sachverhalts in seiner nächsten Sitzung am 27. Juni entscheiden, welche weiteren Schritte gefasst werden“, teilte die OeNB mit. OeNB-Chef Ewald Nowotny werde die von Duchatczek geführten Bereiche vorübergehend übernehmen.

Dem Banker und acht weiteren Personen wird Beitrag zur Untreue, Bestechung, Geldwäscherei und anderen strafbaren Handlungen zur Last gelegt. Ihnen drohen jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

Die Banknoten-Druckerei OeBS und ihre Schwesterfirma - die Münze Österreich - hatten zwischen 2005 und 2011 Aufträge aus Aserbaidschan und Syrien an Land gezogen. Im Gegenzug überwiesen die Österreicher laut Staatsanwaltschaft insgesamt 14 Millionen Euro an Schmiergeldern über Offshore-Gesellschaften an die Auftraggeber. Das Geld soll an Amtsträger der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien geflossen sein.

Duchatczeks Anwalt sagte vergangene Woche, die Vorwürfe würden jeder Grundlage entbehren. Die Anklageschrift enthalte „keinen einzigen Beweis“, der seinen Mandant belaste.

Mehr zum Thema

Quelle: RTR

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Korruption in Rumänien Kunst statt Wurst

Vor Jahren ließ sich ein rumänischer Staatsdiener noch mit Schnaps und Würsten bestechen, heute sind es teure Gemälde und Millionen, die ein korrupter Minister angehäuft hat. Ob dazu nur Geheimtreffen auf Friedhöfen nötig waren, ist fraglich. Mehr Von Karl-Peter Schwarz, Wien

30.03.2015, 10:51 Uhr | Gesellschaft
Loveparade-Katastrophe Rückblick: Anklage gegen zehn Personen

Sechs Mitarbeiter der Duisburger Stadtverwaltung und vier Mitarbeiter des Loveparade-Veranstalters sollen angeklagt werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Rainer Schaller, Leiter der Veranstaltungsfirma, sind nicht darunter. Mehr

09.03.2015, 15:44 Uhr | Politik
Tötung auf Verlangen Achteinhalb Jahre Haft für Polizisten, der einen Mann zerstückelte

Die zwei Männer lernten sich in einem Kannibalenforum kennen, später tötete und zerstückelte der eine den anderen – weil dieser es so wollte. Das Landgericht musste der Frage nachgehen: Ist das Mord? Nun fällte es sein Urteil. Mehr

01.04.2015, 11:58 Uhr | Gesellschaft
Geiselnahmen Polizei tötet Attentäter von Paris

Gleichzeitig stürmte die Polizei die Druckerei in Dammartin und das jüdische Lebensmittelgeschäft in Paris. Mehr

09.01.2015, 18:22 Uhr | Politik
Korruptionsermittlungen Meisterwerke in Wohnung des rumänischen Ex-Finanzministers beschlagnahmt

Wegen Korruptionsermittlungen musste der frühere Finanzminister Rumäniens Darius Valcov zurücktreten. Nun hat die Staatsanwaltschaft in seiner Wohnung 101 Gemälde beschlagnahmt - unter anderem von Picasso. Mehr

28.03.2015, 11:35 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.06.2013, 16:01 Uhr

Grünes Autoländle

Von Susanne Preuß

Der Verkehrsminister von Baden-Württemberg wünscht sich Autos ohne Emissionen - die Industrie arbeitet bereits daran. Grüne Zukunftsvisionen aus dem Autoländle. Mehr 2 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Die riesigen Bargeldreserven der Tech-Unternehmen

Apple, Google und Co. haben riesige Bargeldbestände angehäuft. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus und muss zum Vergleich schon die griechischen Staatsschulden heranziehen. Mehr 5

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden