http://www.faz.net/-gqe-7a8x6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 18.06.2013, 16:01 Uhr

Korruptionsaffäre Österreichs Nationalbank suspendiert Vizechef

In Österreich ermittelt seit langer Zeit die Staatsanwaltschaft in einer Korruptionsaffäre bei der Banknotendruckerei. Sie ist ein Tochterunternehmen der Nationalbank. Jetzt hat die Nationalbank ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat in der Korruptionsaffäre um die zum Institut gehörende Banknoten-Druckerei ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert. Aufgrund der Anklage der Wiener Staatsanwaltschaft gegen Wolfgang Duchatczek habe die Zentralbank beschlossen, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die OeNB am Dienstag mit. „Der Generalrat wird nach einer weiteren Prüfung des Sachverhalts in seiner nächsten Sitzung am 27. Juni entscheiden, welche weiteren Schritte gefasst werden“, teilte die OeNB mit. OeNB-Chef Ewald Nowotny werde die von Duchatczek geführten Bereiche vorübergehend übernehmen.

Dem Banker und acht weiteren Personen wird Beitrag zur Untreue, Bestechung, Geldwäscherei und anderen strafbaren Handlungen zur Last gelegt. Ihnen drohen jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

Die Banknoten-Druckerei OeBS und ihre Schwesterfirma - die Münze Österreich - hatten zwischen 2005 und 2011 Aufträge aus Aserbaidschan und Syrien an Land gezogen. Im Gegenzug überwiesen die Österreicher laut Staatsanwaltschaft insgesamt 14 Millionen Euro an Schmiergeldern über Offshore-Gesellschaften an die Auftraggeber. Das Geld soll an Amtsträger der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien geflossen sein.

Duchatczeks Anwalt sagte vergangene Woche, die Vorwürfe würden jeder Grundlage entbehren. Die Anklageschrift enthalte „keinen einzigen Beweis“, der seinen Mandant belaste.

Mehr zum Thema

Quelle: RTR

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Türkei Justiz will Vermögen von 3000 Richtern beschlagnahmen

In der Türkei sollen Immobilien, Bankkonten und Fahrzeuge von mutmaßlichen Gülen-Anhängern sichergestellt werden. Die Opposition beklagt eine Hexenjagd gegen Unschuldige. Die SPD fordert eine Beobachtermission des Europarats. Mehr

29.07.2016, 05:58 Uhr | Politik
Wohnen Ins Schloss gewagt

Junge Leute in alten Häusern: Von Glück, Passion und dem Fluch, in einem historischen Gemäuer zu leben. Mehr Von Stefanie von Wietersheim

30.07.2016, 09:00 Uhr | Wirtschaft
Pressefreiheit in der Türkei Wer Erdogan nicht huldigt, wird mundtot gemacht

Erst ließ Erdogan Journalisten verhaften, nun schließt er Sender, Zeitungen und Verlage. Auch Sahin Alpay ist in Haft. Sein Leben steht beispielhaft für eine freie Presse, von der nichts bleiben soll. Mehr Von Rainer Hermann

29.07.2016, 13:34 Uhr | Feuilleton
Brexit trotz EU-Förderung Das merkwürdige Seebad Blackpool

Blackpool an der Nordwestküste Großbritanniens - rund zwei Drittel haben hier für den EU-Austritt gestimmt, obwohl die Stadt seit Jahren EU-Finanzmittel in beträchtlicher Höhe bezieht. Mehr

30.07.2016, 01:22 Uhr | Wirtschaft
Revision zurückgenommen Der Wiedeking-Freispruch ist rechtskräftig

Der Prozess gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist endgültig vorbei. Sein Freispruch ist jetzt rechtskräftig, die Revision vom Tisch. Mehr

28.07.2016, 11:42 Uhr | Wirtschaft

Heuchelei in Berlin und Brüssel

Von Werner Mussler, Brüssel

Juncker misstraut dem Stabilitätspakt, seitdem er ihn mit ausgehandelt hat. Und wie steht Wolfgang Schäuble zu dem Abkommen? Mehr 2 20

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages iPhone schlägt Lufthansa & Co.

Wie viel Gewinn Apple bisher mit dem iPhone erwirtschaftet hat, ist nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass der Konzern damit mehr Umsatz als so mancher Dax-Konzern erzielt hat. Mehr 0