Wochenlang hat Anton Weinmann vor dem Landgericht München geschwiegen. Zweimal scheiterte der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Eckert mit dem Versuch, den 56 Jahre alten, früheren MAN-Vorstand im Schmiergeldprozess zu einem Geständnis zu bewegen. Am Mittwoch gestand Weinmann, von den Bestechungsgeldern bei Lastwagen- und Busverkäufen in Belgien und Slowenien gewusst und diese Machenschaften gedeckt zu haben. Prompt wurde er zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie einer Geldauflage von 100.000 Euro verurteilt.
„Die Kammer hat Respekt vor Ihnen, Herr Weinmann“, sagte Richter Eckert. Er betonte, dass der Angeklagte viel getan habe, um die Korruption im MAN-Konzern abzustellen, allerdings sei es immer noch zu wenig gewesen. Weinmann war einst für das Lastwagen- und Busgeschäft verantwortlich. Zum Prozessbeginn hatte er beteuert, dass ihm das Schmiergeldsystem mit Bargeld, das bei MAN bis 2004 betrieben worden war, unbekannt gewesen sei.
Während des Prozess sagte jedoch ein Zeuge aus, dass sogar der damalige MAN-Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson und sein Finanzvorstand Karlheinz Hornung Kenntnis davon hatten. Für die Staatsanwaltschaft war von Anfang an klar, dass Weinmann bewusst weggeschaut habe, wie seine Mitarbeiter auf illegale Weise das Lastwagen- und Busgeschäft in Belgien und Slowenien angekurbelt hätten. Derzeit ermitteln die Münchner Strafverfolger noch gegen Samuellsson und Hornung wegen Beihilfe zur Bestechung.
