Nach einem erfolgreichen zweiten Quartal hält die Henkel KGaA an ihren Prognosen für das Gesamtjahr 2003 fest. Bei der Umsatzentwicklung ist der Düsseldorfer Konsumgüter- und Technologiekonzern sogar wieder etwas optimistischer als im Frühjahr, wie aus dem am Montag vorgelegten Zwischenbericht hervorgeht.
„Wir rechnen im zweiten Halbjahr mit einer langsamen Erholung unserer Märkte“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Ulrich Lehner. Dafür knüpft Henkel die erwartete Ergebnissteigerung an die Bedingung, daß der Durchschnittskurs des Dollars sich gegenüber dem Euro nicht wesentlich verändert.
Henkel setzt auf zweites Halbjahr
Henkel übertraf im zweiten Quartal beim Ergebnis nicht nur den Vorjahreswert, sondern auch die Analystenprognosen. Das ursprüngliche Ziel, den Konzernumsatz im laufenden Jahr organisch um vier Prozent zu steigern, sei noch immer erreichbar, heißt es im Halbjahresbericht. Anfang Mai hatte das Dax-Unternehmen dieses Ziel angesichts der Weltlage als gefährdet bezeichnet. Inzwischen habe sich diese aber wieder etwas entspannt. Die Konkurrenten Beiersdorf und Wella hatten jüngst ein recht verhaltenen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte gegeben.
Darüber hinaus schreibt Henkel, daß beim betrieblichen Ergebnis (EBIT) “weiterhin“ eine um Wechselkurse bereinigte Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich geplant sei. Dies sei auch vor dem Hintergrund des starken zweiten Halbjahres 2002 erreichbar. Auch beim Ergebnis je Aktie soll die Steigerung um knapp zehn Prozent erreicht werden, falls sich der Durchschnittskurs des Dollars gegenüber dem Euro nicht deutlich verändere.
Wie groß die Währungseinflüsse sein können, zeigt das zweite Quartal: Hier lag Henkels EBIT-Plus bei 7,2 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Zuwachs mit 14,9 Prozent jedoch doppelt so hoch. Laut Bericht stieg das EBIT auf 180 (168) Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt nur mit 177 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernumsatz lag mit 2,378 (2,487) Milliarden Euro nur geringfügig unter Vorjahr bzw unter dem Konsensus von 2,419 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich hat das Unternehmen mehr Gewinn gemacht als erwartet: Der Halbjahresüberschuß nach Anteilen Dritter stieg auf 238 (208) Millionen Euro, die Experten hatten mit 233 Millionen Euro gerechnet.
Sinkende Kosten und Rohstoffpreise verbessern das Ergebnis
Auch im zweiten Quartal prägte ein verhaltenes Konsum- und Investitionsklima die Märkte von Henkel. Auf der Kostenseite habe das Unternehmen von seinem strikten Kostenmanagement und insgesamt sinkenden Rohstoffpreisen profitiert. Zu der Ergebnisverbesserung hätten alle Unternehmensbereiche beigetragen, hieß es weiter. Prozentual war die Ergebnisverbesserung bei den Klebstoffen am stärksten, hier nahm das EBIT um 30 Prozent auf 31 Millionen Euro zu. Als Zugpferd des Konzerns erwies sich aber erneut die Sparte Wasch- und Reinigungsmittel, wo das EBIT um 8,7 Prozent auf 75 Millionen Euro wuchs.
Henkel hatte sich vergeblich bemüht, Wella zu übernehmen, will aber weiterhin das Kosmetikgeschäft ausbauen. Aus dem Verkauf seiner Wella-Anteile an den amerikanischen Konkurrenten Procter & Gamble erwartet Henkel im zweiten Halbjahr einen Buchgewinn im oberen zweistelligen Millionen-Euro Bereich.