Der Konsumgüterkonzern Henkel ist mit einem Gewinnzuwachs in das Geschäftsjahr 2004 gestartet, hat die Analystenerwartungen aber knapp verfehlt.
Wie der Konsumgüter- und Technologiekonzern am Dienstag abend (Ortszeit) in New York mitteilte, kletterte das betriebliche Ergebnis in den ersten 3 Monaten um 4,5 Prozent auf 175 Millionen Euro. Wechselkursbereinigt habe das Wachstum bei 8,6 Prozent gelegen. Der Umsatz lag mit 2,343 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, währungsbereinigt nahmen die Erlöse um 4,8 Prozent zu. Unter dem Strich machte Henkel einen Quartalsgewinn von 127 (115) Millionen Euro.
Jahresüberschuß soll knapp zehn Prozent wachsen
Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg des Vorsteuerergebnisses (Ebit) auf 178 Millionen Euro vorausgesagt, wobei die Schätzungen zwischen 166 Millionen und 188 Millionen Euro schwankten. Den Umsatz hatten die Experten mit 2,359 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau gesehen und den Konzerngewinn nach Fremdanteilen bei 124 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr stellte das Unternehmen erneut ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent und eine währungsbereinigte Ebit-Steigerung um mindestens zehn Prozent in Aussicht. Zudem soll der Jahresüberschuss beziehungsweise das Ergebnis je Aktie um knapp zehn Prozent zunehmen.
Neues zur Dial-Übernahme?
Der Konzern hatte jüngst den amerikanischen Konkurrenten Dial übernommen. Über die detaillierten Pläne mit dem 2,9 Milliarden Dollar teuren Zukauf wollte Henkel-Chef Ulrich Lehner gegen 16.00 Uhr (MESZ) in einer Pressekonferenz berichten.
Lehner hatte bereits mehrfach angekündigt, der Dial-Zukauf werde zu einer sofortigen Ergebnissteigerung bei Henkel führen. Dial mit Sitz im amerikanischen Bundesstaat Arizona stellt unter anderem Waschmittel, Seifen, Duschgele, Lufterfrischer und Fleischprodukte her. Ob sich Henkel von den Nahrungsmitteln trennt, die nicht in das Portfolio des Konzerns passen, hat Lehner bislang offen gelassen.
Neue Details möglicherweise auch zur Finanzierung
Analysten mutmaßten bereits, daß Henkel seine Jahresprognose durch den Zukauf anheben könnte. Zudem bietet Henkel mit dem Kauf auch dem amerikanischen Konkurrenten Procter & Gamble in dessen Heimatmarkt die Stirn, der Henkel noch im Rennen um den Darmstädter Haarpflegespezialisten Wella ausgestochen hatte.
Neue Details könnte Henkel in New York auch zur Finanzierung der milliardenschweren Übernahme vorlegen. Finanzchef Lothar Steinebach hatte bereits Ende Februar angekündigt, spätestens in drei Monaten wolle Henkel einen Bond mit einem Volumen von rund 600 Millionen Dollar auflegen. Sein Konzept sieht zudem vor, 700 Millionen Dollar aus liquiden Mitteln zu finanzieren. 1,6 Milliarden Dollar würden über kurzfristige Schulden aufgebracht, die später durch Verkäufe von Beteiligungen in den Vereinigten Staaten abgelöst werden könnten.
Offen hatte Henkel bislang gelassen, ob der Konzern sich von Anteilen an seinen amerikanischen Beteiligungen Clorox und Ecolab trennt. Hier soll eine Entscheidung bis Mitte des Jahres fallen.