Die Düsseldorfer Bäckereikette Kamps hat dem erhöhten Übernahmeangebot des italienischen Nudelkonzerns Barilla zugestimmt. Barilla bietet den Kamps-Aktionären nun 12,50 Euro je Aktie statt zwölf Euro.
Auf der Hauptversammlung hat Vorstandschef Heiner Kamps den Kleinaktionären empfohlen, das neue Angebot anzunehmen. Die Übernahme habe man nicht verhindern können, da bereits ein Großteil der institutionellen Investoren einen Verkauf signalisiert hätten, sagte Kamps. Die strategische Logik des Zusammenschlusses sei nie in Frage gestellt worden. In der vergangenen Woche hatte sich der Firmengründer noch heftig gegen die Übernahmeabsichten von Barilla gewehrt.
Nach Angaben einer Barilla-Sprecherin wird noch diese Woche die Offerte beim Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel eingereicht. Stimme das Amt zu, habe Barilla vier Wochen Zeit für die Veröffentlichung des offiziellen Übernahmeprospekts. Die Aktionäre hätten dann sechs Wochen für ihre Entscheidung. Guido Barilla, der Chef des weltgrößten Pasta-Produzenten, verwies darauf, dass sein Unternehmen bis zu 100 Prozent der Kamps-Anteile übernehmen will. Erst wenn das Ergebnis des Übernahmeangebots feststehe, werde auch eine Entscheidung über die künftige Börsennotierung der im MDax notierten Kamps-Aktie fallen.
Bald Kürbiskernbrötchen neben Farfalle
Synergien gibt es laut Barilla vor allem im technischen Bereich. Barilla werde zudem von den Kenntnissen von Kamps im Bäckereigeschäft profitieren. Es sei nicht ausgeschlossen, dass künftig in den Kamps-Filialen auch Pasta-Produkte verkauft würden.
Der Preis von 12,50 Euro entspricht einer Prämie von 20 Prozent über dem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten drei Monate vor Ankündigung des Angebots und bewertet den Kamps-Konzern mit dem 21-fachen des operativen Ergebnisses (Ebit) im Jahr 2001. Durch die Aufstockung des Angebots zahlt Barilla 43 Millionen Euro mehr als vor einer Woche angekündigt. Kamps ist danach mit rund 1,8 Milliarden Euro bewertet.
Kamps will an Firmenzentrale und Strategie festhalten
Die Barilla-Tochter Ffynnon, die künftig als Fina Bakery Europe AG firmieren wird, hatte am Montag vergangener Woche ein Angebot für den Erwerb von mehr als 50 Prozent der Kamps-Aktien vorgelegt. Jetzt hat Fina Bakery Kamps zugesichert, keine derzeit wesentlichen Geschäftsaktivitäten der Kamps AG zu veräußern und Kamps bei der Akquisition der verbleibenden 51 Prozent des Anteils an der französischen Kamps-Tochter Harry's zu unterstützen. Der Firmensitz in Düsseldorf bleibt bestehen.
Kamps Chancen, die Übernahme abzuwehren, galten in Branchenkreisen als gering. Die Geschäftsfelder der beiden Unternehmen ergänzen sich gegenseitig. Zudem befindet sich Kamps in argen Finanznöten, seitdem er durch zahlreiche Aufkäufe sein Unternehmen zur größten Bäckereikette Europas ausbaute.
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„Er ist der Philosoph, ich habe die Backstube gefegt. Das passt ganz gut zusammen.“ - Firmengründer Heiner Kamps auf der Hauptversammlung seines Unternehmens über sein Verhältnis zu dem italienischen Konzernchef Guido Barilla.
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Im ersten Quartal hat Kamps ein operatives Ergebnis über Plan erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Kamps-Gruppe sei um 5,2 Prozent auf 18,3 Millionen Euro gestiegen, teilte der Großbäcker am Dienstag mit. Der um außerordentliche Faktoren bereinigte Jahresüberschuss betrage 1,4 Millionen Euro (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro). Die Netto-Finanzverbindlichkeiten bezifferte Kamps auf 783 Millionen Euro.