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ZEW-Konjunkturerwartungen Finanzexperten sind optimistisch

19.05.2009 ·  Nach dem historischen Konjunktureinbruch in diesem Jahr wächst die Hoffnung auf eine Erholung. Der vom ZEW in Mannheim veröffentlichte Index zu den Konjunkturerwartungen stieg im Mai abermals kräftig.

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Nach dem historischen Konjunktureinbruch in diesem Jahr wächst die Hoffnung auf eine Erholung. Der am Dienstag vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim veröffentlichte Index zu den Konjunkturerwartungen stieg abermals kräftig und überschritt seinen historischen Durchschnitt. Zwei Drittel der deutschen Großunternehmen gehen einer anderen Umfrage zufolge von einem Aufschwung 2010 aus.

Der Index der Erwartungen für die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft sei im Mai das siebte Mal in Folge gestiegen, teilte das ZEW mit. Demnach kletterte das monatlich veröffentlichte Wirtschaftsbarometer, das sich auf die Einschätzung von Wirtschaftsexperten stützt, um 18,1 Punkte auf 31,1 Punkte. Damit habe der Index seinen historischen Mittelwert von 26,2 Punkten überschritten.

Am Arbeitsmarkt steht das Schlimmste noch bevor

Der ZEW-Index gilt unter Fachleuten jedoch als deutlich weniger aussagekräftig als der Konjunkturindex des Münchner ifo-Instituts. Während für den ZEW-Index lediglich rund 300 Finanzexperten befragt werden, wertet der ifo-Index die Einschätzungen von etwa 7000 Unternehmen aus.

Die erneut optimistischere Einschätzung der befragten Wirtschaftsexperten dürfte nach Angaben des ZEW darauf zurückzuführen sein, dass sich „in den vergangenen Wochen in der Realwirtschaft vorsichtige Anzeichen einer Erholung gezeigt“ hätten. So sei der „freie Fall der Industrieproduktion gestoppt“ worden. Außerdem legten die Exporte wieder zu, und es gebe mehr Aufträge in der Industrie.

Trotz der steigenden Konjunkturerwartungen warnte ZEW-Chef Wolfgang Franz mit Blick auf die Beschäftigung in Deutschland vor zu viel Optimismus. „Bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt steht uns ... das Schlimmste wohl noch bevor“.

Die Industrie ist optimistischer als der Handel

Einer Umfrage der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge rechnen zwei Drittel der Industriebetriebe in Deutschland in diesem Jahr mit einem Abbau von Arbeitsplätzen. Ebenfalls knapp zwei Drittel der Firmen bewerteten ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als weniger gut oder gar schlecht. 57 Prozent der Unternehmen gingen von schrumpfenden Gewinnen aus. Im Handel bewerte hingegen weniger als die Hälfte der Firmen die derzeitige Situation als eher schlecht, bei den Dienstleistungsunternehmen seien es nur rund zwei Fünftel.

Trotz der derzeit schwierigen Lage sei der Optimismus der Industriefirmen für das kommenden Jahr besonders groß, teilte PwC mit. Von ihnen rechneten für 2010 mehr als drei Viertel mit einem Aufwärtstrend. Im Handel sähen dagegen nur 53 Prozent ein Ende der Talfahrt, in der Dienstleistungsbranche seien es 47 Prozent.

Insgesamt rechneten 60 Prozent aller deutschen Großunternehmen im kommenden Jahr mit dem Ende des Abschwungs, teilte PwC mit. Jede neunte Firma ginge sogar von einem „klaren Aufschwung“ aus. Nur ein Fünftel der Betriebe sehe 2010 für die wirtschaftliche Entwicklung weiter schwarz.

Die „überdurchschnittlich hohen Erwartungen“ der Firmen für das kommende Jahr müssten vor der Hintergrund der derzeit schwierigen Lage gesehen werden, erklärte PwC-Mittelstandsexperte Norbert Winkeljohann. „Bei vielen kann es nach dem steilen Absturz nur noch aufwärts gehen.“ PwC befragte für die Untersuchung knapp 200 der 500 größten deutschen Unternehmen, gemessen an der Zahl der Mitarbeiter.

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Von Johannes Ritter

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