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ZEW Konjunkturerwartungen auf höchstem Stand seit 2010

Im Februar verbessert sich die Zuversicht deutscher Finanzexperten abermals stark und erreicht den höchsten Wert seit fast drei Jahren. Volkswirte rechnen vorerst nicht mit einem Abrutschen der deutschen Wirtschaft in die Rezession.

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Die Zuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im Februar abermals stark verbessert und den höchsten Wert seit fast drei Jahren erreicht. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen kräftig um 16,7 Punkte auf 48,2 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Bereits in den beiden Vormonaten war die Stimmung ungewöhnlich stark angestiegen. Volkswirte rechneten nach Veröffentlichung der Daten vorerst nicht mehr mit einem Abrutschen der deutschen Wirtschaft in die Rezession.

Der Februar-Stand der ZEW-Konjunkturerwartungen ist der höchste seit April 2010. Die Markterwartungen wurden deutlich übertroffen. Volkswirte hatten einen Anstieg auf lediglich 35,0 Punkte erwartet. Die Beurteilung der aktuellen Lage erhielt aber einen leichten Dämpfer. Sie verschlechterte sich um 1,9 Punkte auf 5,2 Zähler. Hier hatte es im Vormonat noch einen leichten Anstieg gegeben. ZEW-Chef Wolfgang Franz sagte, dass die Finanzmarktexperten das schwache vierte Quartal abgehakt hätten.

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„Nach ihrer Auffassung bläst der Gegenwind aufgrund der Eurokrise der deutschen Wirtschaft weniger stark ins Gesicht als noch vor wenigen Monaten.“ Wenn die Entwicklung in den nächsten Monaten so bleibe, dürfte die deutsche Konjunktur wieder moderat an Fahrt gewinnen, so der ZEW-Chef. „Analysten feiern schon mal den Aufschwung“, kommentierten Volkswirte der Commerzbank die ZEW-Daten. Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnen nicht mehr mit einer Rezession in Deutschland.

Der Blick auf die jüngsten ZEW-Daten zeige, dass die Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung nach einem schwachen vierten Quartal unterstützt werden. Der starke Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen liefert nach Einschätzung der Helaba eine „sehr freundliche Indikation“ für das Ifo-Geschäftsklima, das am Freitag zur Veröffentlichung ansteht. Am Devisenmarkt reagierte der Euro nur für kurze Zweit mit Kursgewinnen auf die ZEW-Daten. Nachdem der Kurs der Gemeinschaftswährung ein Tageshoch bei 1,3374 US-Dollar erreichte, rutschte er kurze Zeit später auf ein Tagestief bei 1,3330 Dollar.

Deutsche Bundesbank zuversichtlich

Dagegen konnte der Deutsche Aktienindex DAX nach der Veröffentlichung der ZEW-Daten seine Kursgewinne halten und legte gegen Mittag 0,78 Prozent auf 7.687,99 Punkte zu. Zuletzt hatte sich die Deutsche Bundesbank zuversichtlich mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung gezeigt. Im jüngsten Monatsbericht hatte die Notenbank am Vortag ein Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in Aussicht gestellt. Im Schlussquartal 2012 war die deutsche Wirtschaft noch in den Sog der Euro-Schuldenkrise geraten und um 0,6 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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