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ZEW-Konjunkturbarometer Konjunkturerwartungen erholen sich langsam

13.03.2007 ·  Die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten haben sich im März leicht verbessert. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung stieg zum vierten Mal in Folge. Trotzdem will das Institut nicht so recht in Jubel ausbrechen.

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Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Analysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im März weiter verbessert. Der Index der Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg von 2,9 Punkten im Februar auf 5,8 Punkte, wie das ZEW am Dienstag in
Mannheim mitteilte. Es war der vierte Anstieg in Folge. Der Indikator liegt aber weiterhin unterhalb seines historischen Mittelwertes.

Das ZEW beurteilte den Anstieg verhalten. Die Dynamik des Erholungskurses habe sich damit im März etwas abgeschwächt, gab das Institut bekannt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen signalisierten zwar, dass sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft fortsetze. So hätten sich beispielsweise die inländischen Auftragseingänge trotz der Mehrwertsteuererhöhung im Januar weiter stabil gehalten. Nachdenklich stimmten hingegen nachlassende Auftragseingänge aus dem Ausland, die als Anzeichen für eine beginnende nachlassende weltweite Nachfrage interpretiert werden könnten. Ein weiteres Risiko bestehe in einem anhaltenden Ölpreisanstieg.

Franz warnt vor zu hohen Lohnforderungen

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin auf Expansionskurs, und die Nachfrage nach Arbeit steigt. Dies sollte von den Tarifvertragsparteien jedoch nicht für überzogene Lohnforderungen missbraucht werden,“ kommentiert ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Die Bewertung der aktuellen Lage hat sich laut ZEW erstmals seit Juni 2005 verschlechtert. Der entsprechende Indikator sei um 1,7 auf 69,2 Punkte gesunken, teilte das ZEW mit. Diese Entwicklung hatte sich bereits im Februar mit einer nachlassenden Dynamik angedeutet: Der Indikator war nur geringfügig um 0,3 Punkte auf 70,9 Punkte gestiegen.

Nach Einschätzung der UniCredit untermauern die Daten dennoch eher eine gute Verfassung der deutschen Wirtschaft trotz der Mehrwertsteuererhöhung. Die Steuererhöhung könne wohl besser als zunächst erwartet verkraftet werden, heißt es in einer Studie der Bank vom Dienstag. Auch wenn der erste Rückgang des Lageindex seit Juni 2005 kein einmaliges Ereignis bleiben sollte, werde die deutsche Wirtschaft in den kommenden Quartalen ein robustes Wachstum aufweisen. Für das Gesamtjahr gehen die Experten weiterhin von einem Wachstum von 1,6 Prozent aus.

Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden regelmäßig rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Dow Jones und DPA-AFX
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