21.04.2009 · In der deutschen Wirtschaft keimt ein wenig Hoffnung auf. Das vom ZEW ermittelte Konjunkturbarometer erreichte im April erstmals seit Juli 2007 wieder den positiven Bereich. Der Index gilt unter Fachleuten jedoch als deutlich weniger aussagekräftig als der Konjunkturindex des Münchner ifo-Instituts.
Die Börsenexperten in Deutschland blicken wieder mit mehr Zuversicht auf die Konjunktur. Grund für den Optimismus sei die Aussicht auf das Ende der Talfahrt dank der staatlichen Hilfspakete und der geringen Inflation, erklärte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag. „Sogar eine zaghafte Belebung in der zweiten Hälfte des Jahres wird wahrscheinlicher“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Das ZEW-Barometer für die Perspektiven in den nächsten sechs Monaten verbesserte sich im April überraschend deutlich auf plus 13,0 Punkte von minus 3,5 Zählern im Vormonat. Dies ist der höchste Stand seit Mitte 2007. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf plus 1,5 Punkte gerechnet.
Der ZEW-Index gilt unter Fachleuten jedoch als deutlich weniger aussagekräftig als der Konjunkturindex des Münchner ifo-Instituts. Während für den ZEW-Index lediglich rund 300 Finanzexperten befragt werden, wertet der ifo-Index die Einschätzungen von etwa 7000 Unternehmen aus.
„Von heute aus gesehen kann es konjunkturell nur besser werden“
Der Konjunkturoptimismus der 286 vom ZEW befragten Analysten und Anleger fußt auf ihren Erwartungen für die Zukunft. Die aktuelle Lage beurteilten sie hingegen erneut ungünstiger. Der Teilindex verschlechterte sich auf minus 91,6 Punkte von 89,4 Zählern im Vormonat und markierte den tiefsten Stand seit September 2003. Deshalb warnten viele Experten vor zuviel Euphorie.
„Von heute aus gesehen kann es konjunkturell nur besser werden“, betonte Jörg Lüschow von der WestLB. Commerzbanker Ralph Solveen bezeichnete den ZEW-Index zwar als „Wendesignal für die Konjunktur in Deutschland“, der Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt nähre. „Über das Tempo einer möglichen Erholung sagt dies jedoch nichts.“ Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sprach von „ersten Lichtblicken für eine mittelfristige Konjunkturerholung“. Zumindest seien die Erwartungen der Unternehmen „nicht mehr ganz so düster wie noch zuletzt, sagte Driftmann.
Zahl der Optimisten überwiegt die der Pessimisten
Das Mannheimer Konjunktur-Barometer kletterte zum sechsten Mal in Folge und übersprang erstmals seit Juli 2007 wieder die Null-Linie. Die Zahl der Optimisten überwiegt also die der Pessimisten. „Die Investoren sehen allmählich Licht am Ende des Tunnels“, sagte Andreas Rees von Unicredit. Allerdings blieb der Index deutlich unter seinem historischen Mittelwert von gut 26 Punkten. An den Finanzmärkten konnte das ZEW-Barometer nur vorübergehend den Aktienindex Dax und den Euro anschieben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,97 | −0,95% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2441 | −0,38% |
| Rohöl Brent Crude | 105,55 $ | −1,22% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?