http://www.faz.net/-gqe-8xgoz

Wirtschaftswachstum : Der Euroraum hängt Amerika ab

  • Aktualisiert am

Eine erste Schätzung für das Wachstum in Deutschland wird nächste Woche veröffentlicht. Bild: dpa

Die Wirtschaft im Euroraum ist im ersten Quartal mehr als doppelt so stark gewachsen wie die amerikanische. Mit am besten läuft es in Spanien.

          Der Euroraum  hat die weltgrößte Volkswirtschaft zu Jahresbeginn beim Wachstum abgehängt. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu - mehr als doppelt so stark wie in Amerika.

          Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten ersten Schätzung des Statistikamts Eurostat hervor. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit diesem Ergebnis gerechnet, nachdem es im Schlussquartal 2016 ebenfalls ein Plus von revidiert 0,5 (bisher: 0,4) Prozent gegeben hatte.

          „Es ist doch erstaunlich, wie stark sich die Euro-Zone zeigt“, sagte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. „Lange Zeit galt die Währungsunion als kranker Mann, doch davon kann derzeit keine Rede sein.“ Der niedrige Euro-Kurs kurbelt die Exporte an, die zudem von der besseren Weltkonjunktur profitieren.

          Auch der private Konsum dürfte das Wachstum stützen, obwohl die Kaufkraft unter der höheren Inflation leidet. Dafür ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten merklich gesunken.

          Spanien wächst besonders schnell

          Zu den am schnellsten wachsenden Euro-Ländern gehört Spanien. Hier nahm das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,8 Prozent zu. Dagegen schaffte die französische Wirtschaft nur ein Plus von 0,3 Prozent. „Kommt es am Sonntag zu einem Wahlsieg von Emmanuel Macron, wachsen die Chancen auf Reformen“, so Gitzel.

          „Gezielte Liberalisierungsschritte am Arbeitsmarkt könnten am Ende große Wirkung zeigen und für neue Dynamik der zuletzt lahmen französischen Volkswirtschaft sorgen.“ Eine erste Schätzung für Deutschland wird erst kommende Woche veröffentlicht. Ökonomen sagen hier ein Wachstum von etwa 0,5 Prozent voraus.

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS
          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Hier geht’s zum Test.

          Mehr erfahren

          Nach dem guten Jahresauftakt könnte die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung einiger Volkswirte ihre Wachstumsprognose von derzeit 1,8 Prozent für die Euro-Zone im Gesamtjahr 2017 nach oben korrigieren. „Doch dies bedeutet nicht, dass die EZB bald aus ihrer ultra-expansiven Geldpolitik aussteigt“, sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil.

          „Zum einen gehen wir davon aus, dass das höhere Wirtschaftswachstum nicht nachhaltig ist, denn in der zweiten Jahreshälfte dürften insbesondere die Impulse von der Weltwirtschaft wieder etwas nachlassen.“ Zum anderen sei die Kerninflation - also die Verbraucherpreise ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel - nach wie vor schwach. Die EZB hält ihren Leitzins seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Damit sowie dem Kauf von Wertpapieren will sie die Konjunktur und die Inflation anschieben.

          Quelle: bfch./Reuters

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wahlabend im Fernsehen : Will denn überhaupt keiner regieren?

          Wir haben „ein politisches Beben“ erlebt, sagt einer der Kommentatoren, die den Untergang der großen Koalition und den Erfolg der AfD einzuordnen suchen. Das Erstaunen ist auf allen Kanälen groß. Aber war nicht genau das zu erwarten, was eingetreten ist?
          Angela Merkel sah trotz Verlusten ihrer Partei noch Grund zur Freude.

          Die Wahl im Liveblog : Das vorläufige amtliche Endergebnis steht

          +++ SPD geht in Opposition – Schulz wird nicht Fraktionsvorsitzender +++ AfD gewinnt Direktmandate +++ Gysi weiter im Bundestag +++ Grüne warten auf Angebot +++ Aktuelle Entwickungen im FAZ.NET-Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.