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Wirtschaftswachstum Bundesbank: Schnelle Erholung, mehr Inflation

09.04.2011 ·  Die deutsche Wirtschaft wird sich rund ein Jahr schneller von der Krise erholt haben als der gesamte Euroraum. Zu dieser Einschätzung kommt Bundesbankchef Weber nach Beratungen der EU-Finanzminister. Gleichzeitig rechnet er mit einer Inflationsrate von knapp 3 Prozent.

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Die deutsche Wirtschaft wird den schweren Einbruch des Rezessionsjahres 2009 nach Einschätzung der Bundesbank bis Ende 2011 wettgemacht haben. Damit werde sich die deutsche Ökonomie rund ein Jahr schneller von der internationalen Wirtschaftskrise erholt haben
als der gesamte Euroraum, sagte Bundesbankpräsident Axel Weber am Samstag nach Beratungen der EU-Finanzminister im ungarischen Gödöllö. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone mit seinen 17 Mitgliedsländern wird demnach „etwa erst zum Ende des Jahres 2012“ wieder auf dem Vorkrisenniveau sein. „Wir dürften das in Deutschland schon Ende dieses Jahres erreichen, obwohl wir im Vergleich zum Euroraum insgesamt einen viel tieferen Konjunktureinschnitt hatten, aber eben auch eine höhere Dynamik jetzt“, sagte Weber.

Gleichzeitig erwartet er im Jahresverlauf 2011 weiter deutlich steigende Inflationsraten. Zum Jahresende rechne er in Deutschland sogar mit Preissteigerungsraten „knapp unter drei Prozent“, sagte Weber. Deutschland werde „sogar noch etwas schlechter“ dastehen als der Durchschnitt des gesamten Euroraums.

Bundesregierung will offenbar auch Prognose anheben

Optimistisch für die Konjunktur ist nicht nur die Bundesbank. Nach den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten wird auch die Bundesregierung Medienberichten zufolge ihre Konjunkturprognose anheben. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gehe in der Frühjahrsprognose nun von einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von mindestens 2,5 statt bislang 2,3 Prozent aus, berichteten die Zeitschriften „Focus“ und „Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Für das kommende Jahr rechne die Regierung nun mit einem Plus von rund 2,0 Prozent statt wie bislang mit 1,8 Prozent.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums wollte die Zahlen am Samstag in Berlin nicht bestätigen. Sie verwies auf die laufenden Arbeiten und die Vorstellung der Prognose durch Brüderle an diesem Donnerstag. Die Konjunkturerwartung würde mit der neuesten Anhebung zum sechsten Mal in Folge nach oben korrigiert. Grund für das Plus sollen unter anderem die gestiegenen Auftragseingänge in der Industrie sein.

Der kräftige Aufschwung hilft auch dem Arbeitsmarkt. Bis Ende 2012 sollten nach Schätzung der Regierungsexperten rund 600.000 neue Stellen entstehen, schreibt der „Spiegel“. Die Institute erwarten, dass die Arbeitslosigkeit bereits 2011 im Jahresdurchschnitt unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Demnach wird die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt von gut 3,2 Millionen im vergangenen Jahr auf knapp 2,9 Millionen 2011 und auf 2,7 Millionen 2012 sinken. Allein in diesem Jahr könnten 430.000 neue Jobs entstehen.

Auch nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute bleibt die deutsche Wirtschaft trotz der Katastrophen und Krisen in der Welt auf kräftigem Wachstumskurs. Die Experten rechnen für dieses Jahr mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent - ein deutlich stärkeres Plus als noch im Herbst erwartet. Damals hatten die Institute ein Wachstum von 2,0 Prozent prognostiziert. 2012 werde sich der Aufschwung mit einem Zuwachs von 2,0 Prozent etwas abschwächen.

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Von Susanne Preuß

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