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Welthandel Der Handel mit China soll bis 2010 verdoppelt werden

04.05.2004 ·  China will den Kampf gegen die Produktpiraterie verstärken. Seine Regierung werde dagegen "in nächster Zeit sehr effektive Maßnahmen ergreifen", sagte Ministerpräsident Wen Jiabao bei seinem Besuch in Berlin.

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China will den Kampf gegen die Produktpiraterie verstärken. Seine Regierung werde dagegen "in nächster Zeit sehr effektive Maßnahmen ergreifen", sagte Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag in Berlin vor einem deutsch-chinesischen Hochtechnologie-Forum. Zuvor hatten Wen und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mitgeteilt, beide Länder wollten den Handel miteinander intensivieren und das Volumen bis 2010 auf 90 Milliarden Euro verdoppeln.

China hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Unternehmen in Asien entwickelt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau soll helfen, daß auch kleine und mittlere Betriebe dort stärker Fuß fassen können. China könne auch künftig mit dem Transfer von Hochtechnologie aus Deutschland rechnen, sagte Schröder. Das setzte aber voraus, daß beide Seiten "dauerhaft und gleichberechtigt" am Erfolg Anteil hätten. In- und ausländische Unternehmen müßten in China gleich behandelt, geistiges Eigentum wirksam geschützt werden, sagte Schröder.

Verantwortung Chinas für die Weltwirtschaft

Er wies auch auf die Verantwortung Chinas für die Weltwirtschaft hin. Das starke Wirtschaftswachstum hat zu einem globalen Anstieg der Rohstoffpreise geführt. Wen sagte, China habe selbst ein großes Interesse an der Einhaltung internationaler Urheberschutzrechte und habe in der Vergangenheit bereits viel gegen Markenpiraterie unternommen.

Er lobte die Bereitschaft der Deutschen zum Technologie-Transfer. Die Transrapid-Strecke in Schanghai sei ein "wichtiges Zeichen" für die Zusammenarbeit in der Hochtechnologie. Ob der Transrapid auch auf der Strecke Peking-Schanghai zum Einsatz komme oder ob hierfür die Rad-Schiene-Technologie bevorzugt werde, sei noch nicht entschieden.

Der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Siemens-Chef Heinrich von Pierer, wertete den Anstieg der deutschen Direktinvestitionen in China um ein Drittel binnen zweier Jahre als Beleg für die verbesserten Rahmenbedingungen seit dem Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) Anfang 2003.

Mit einem Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei die deutsche Ausfuhr auf den Rekordwert von knapp 20 Milliarden Euro gestiegen, sagte Pierer vor dem Treffen von Unternehmensvertretern mit Wen am Abend in Berlin.

Geschäfte für Siemens und Bayer

Am Rande des Besuchs wurden mehrere Abkommen geschlossen. Siemens vereinbarte ein Chip-Joint-venture im Wert von einer Milliarde Dollar, Bayer den Bau einer Lackrohstoffanlage für rund 100 Millionen Dollar. Andere Verträge sehen den Verkauf von Dornier-Flugzeugen, Containerschiffen und den Verkauf des Nähmaschinenherstellers Dürkopp Adler an einen chinesischen Investor vor.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2004, Nr. 104 / Seite 16 , ami.
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