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Risikoabsicherung

Weihnachtsgeschäft Traumschloss und Zauberstift sind ausverkauft

Wegen der Weihnachtseinkäufe kommt es zu Lieferengpässen bei Spielwaren. Viele Markenartikel werden knapp, manche Hersteller sind von der starken Nachfrage offenbar überrascht worden. Produkte aus China müssen mit dem Flugzeug eingeflogen werden.

© AFP Vergrößern Lego-Produkte sind so knapp, dass der dänische Hersteller schon seit Oktober keine weiteren Aufträge mehr entgegennimmt

An Kindern wird nicht gespart, schon gar nicht im Aufschwung. Im Gegenteil: Je weniger Kinder geboren werden, umso mehr Erwachsene beschenken dies raren Kinder. Und keine Tante und kein Onkel will Weihnachten mit dem kleinsten Geschenk dastehen. Da wird dann selbst die Raumstation „Todesstern“ aus der Lego-Reihe Star-Wars für 420 Euro zum Renner im Warenhaus. Aber die Lego-Produkte und viele andere Markenartikel werden von Tag zu Tag knapper im Handel. „Es gibt Lieferengpässe seitens der Industrie“, sagt Thomas Märtz, Geschäftsführer der Spielwarenhändlergruppe Vedes.

Georg Giersberg Folgen:  

Vor allem große Markenartikelhersteller sind offenbar von der Höhe der Nachfrage nach einigen Produkten überrascht worden. Lego-Produkte sind so knapp, dass der dänische Hersteller schon seit Oktober keine weiteren Aufträge mehr für das laufende Jahr entgegennimmt. Auch die Dinosaurierwelt von Playmobil oder das Traumschloss zu der Pferdchensammelreihe Filly von Simba sind stark gefragt. Das Schloss ist mit 35 Euro ein relativ preiswerter Artikel.

Neue Ware erst im Januar

In der gleichen Preisklasse liegt auch der Zauberstift von Ravensburger, der unter dem Namen Tiptoi Spielbretter und Bücher zum Sprechen bringt. Das Starterpaket für 40 Euro ist nicht mehr in jedem Geschäft zu bekommen. Und weil sowohl das Traumschloss als auch der Tiptoi-Stift in China hergestellt werden, kommt neue Ware erst wieder im Januar. Wer sich das ebenfalls aus China kommende sprechende Einhorn von Idee + Spiel wünscht, könnte ebenfalls leer ausgehen.

Für Hersteller traditioneller Spielwaren ist die starke Nachfrage eine erfreuliche Entwicklung. Der Konsum hat insgesamt seit Jahresmitte angezogen. Die meisten Händler hatten im Frühjahr mit einer schlechteren Umsatzentwicklung gerechnet und daher wenig Ware bestellt. Das haben sie aber auch, weil sich immer später im Jahr Renner von Pennern unterscheiden, wie die Händler sagen. Trends würden immer kurzlebiger. Hinzu kommen bei einigen Herstellern Lieferengpässe auf der Zulieferseite.

Produkte mit dem Flugzeug eingeflogen

Chinesische Hersteller können oft die zugesagten Mengen nicht liefern, weil ihnen zunehmend Arbeitkräfte fehlen, die attraktivere Arbeitsplätze unter anderem in der Autoindustrie finden. Produkte werden daher später fertiggestellt und müssen teilweise mit dem Flugzeug eingeflogen werden, weil der Schiffstransport zu lange dauert. Hersteller mit europäischer oder gar deutscher Produktion wie Playmobil versuchen daher, ihre Kundennähe auszuspielen und bis Weihnachten lieferfähig zu sein.

Der Spielwareneinzelhandel ist jedenfalls schon jetzt in Feierlaune. Von Januar bis Oktober lag der Umsatz um 7 Prozent über dem schon guten Vorjahr (plus 4,1 Prozent). Klassische Brettspiele liegen mit einem Zuwachs von 15 Prozent sogar deutlich darüber. Wenn jetzt kein Einbruch mehr kommt, werden in diesem Jahr erstmals mehr als 2,5 Milliarden Euro hierzulande mit traditionellem Spielzeug umgesetzt. Die gute Umsatzentwicklung hat offenbar auch damit zu tun, dass in diesem Jahr der Nachfragezuwachs nach elektronischem Spielzeug eine Pause eingelegt hat. Es gab keine neue Abspielgeräte. Das wird sich 2011 ändern. Dann wird auch wieder ein größerer Teil des Umsatzes auf die Computer- und Videospiele fallen. Diese Woche „Zwischen den Jahren“ entpuppt sich immer mehr als ganz starke Umsatzwoche, weil dann die Kinder die Geldgeschenke in Ware umsetzen.

Quelle: F.A.Z.

 
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