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Wegen der Wirtschaftskrise Verbrauch von Energie geringer als 1972

21.12.2009 ·  Durch die Wirtschaftskrise ist der Energieverbrauch in Deutschland in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit fast 40 Jahren gefallen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurden 6,5 Prozent weniger Primärenergie genutzt als 2008, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) am Montag in Köln mitteilte. Das erreichte Niveau sei das niedrigste seit Anfang der siebziger Jahre.

Von Andreas Mihm
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Die Wirtschaftskrise hat 2009 zu einem Einbruch des deutschen Energieverbrauchs geführt. Nach am Montag veröffentlichten vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen lag der Verbrauch mit 453,1 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 6,5 Prozent unter dem des Vorjahres. Der Energieverbrauch sank damit auf das niedrigste Niveau seit 1972. Damals wurden 459 Millionen Tonnen verbraucht. Da die Wirtschaftskrise vor allem energieintensive Grundstoffindustrien traf, ist der Energieverbrauch stärker gesunken als das Bruttoinlandsprodukt, für das ein Rückgang von 4 bis 5 Prozent erwartet wird.

Der Verbrauch an Mineralöl sei auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen, bleibe aber mit 34,6 Prozent am Gesamtverbrauch der wichtigste Energieträger, hieß es weiter. Die Nachfrage nach Erdgas sank um 5,5 Prozent, obwohl die privaten Haushalte ihre Nachfrage witterungsbedingt leicht steigerten. Der Erdgasanteil am Gesamtverbrauch stieg auf 21,7 Prozent. Steinkohle wurde mit einem Nachfragerückgang von 18 Prozent am stärksten vom Wirtschaftsabschwung getroffen. Grund war die gesunkene Nachfrage von Kraftwerken sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Steinkohle deckte 2009 noch 11 Prozent des Energieverbrauchs. Der Absatz heimischer Braunkohle, die vor allem verstromt wird, sank um 3 Prozent. Braunkohle sicherte noch 11,4 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfs. Die Stromerzeugung aus Kernkraft ging um fast 10 Prozent zurück. Sie trug zu 11 Prozent zur Deckung des Energiebedarfs bei. Um 7 und 8 Prozent sind die Beiträge der Wasser- und Windenergie gesunken.

Wegen der Zuwächse bei Biomasse, Photovoltaik und Biokraftstoffen stieg der Deckungsbeitrag erneuerbarer Energieträger jedoch um einen Punkt auf 9 Prozent. Auf das Klima wirkt sich der sinkende Energieverbrauch positiv aus, weil weniger Kohlenstoff verbraucht und CO2 emittiert wird. Nach Angaben der Energieberatung AT Kearney führt die Krise dazu, dass der CO2-Ausstoß in der EU im Jahr 2020 um bis zu 6,1 Prozent niedriger ausfallen wird als vorher prognostiziert.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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