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Wegen der robusten Wirtschaft : Weniger Schwarzarbeit in Deutschland

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In der sogenannten Schattenwirtschaft sollen jedes Jahr mehrere hundert Milliarden Euro erwirtschaftet werden in Deutschland. Bild: dpa

Die gute Konjunktur macht Schwarzarbeit unattraktiver. Aber für viele Flüchtlinge ist sie zunächst vielleicht die einzige Chance, um Geld zu verdienen.

          Die illegale Beschäftigung in Deutschland ist offenbar rückläufig. Der Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft an der Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr wohl um 0,4 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent sinken. Das ist das Ergebnis einer regelmäßigen Untersuchung des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz.

          „In der guten Wirtschaftslage verdienen die Beschäftigten mehr, ihr Stundenlohn steigt oder sie können bezahlte Überstunden machen“, sagt Studienautor Friedrich Schneider. „Dadurch wollen weniger Menschen in ihrer Freizeit schwarzarbeiten.“ Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt wäre damit so niedrig wie noch nie seit Beginn der Studienstatistik, die seit dem Jahr 1995 erhoben wird.

          Flüchtlinge drängen in Niedriglohn-Jobs

          In der Schattenwirtschaft werden der Schätzung zufolge dieses Jahr Leistungen im Wert von rund 336 Milliarden Euro erbracht, 3,35 Milliarden Euro weniger als im vergangenen Jahr. Unter Schattenwirtschaft versteht man Schwarzarbeit - also zumeist Bezahlung in bar ohne Rechnung -, aber auch andere Formen der illegalen Beschäftigung, etwa wenn osteuropäische Subunternehmer auf deutschen Baustellen den Mindestlohn unterschreiten.

          Der Rückgang der Schwarzarbeit könnte den Studienautoren zufolge allerdings durch den Flüchtlingszuzug abgebremst werden. Sie rechnen verschiedene Modelle durch, denen zufolge zwischen 100.000 und 300.000 Flüchtlinge illegal beschäftigt sein werden, etwa als Putzkraft oder Hilfsarbeiter auf dem Bau. „Wegen der fehlenden Deutschkenntnisse vieler Schutzsuchender ist es wahrscheinlich, dass es zunächst Jobs im Niedriglohn-Sektor sein werden“, sagt Schneider.

          Zoll verdoppelt seine Mitarbeiter

          Für am plausibelsten hält Schneider die Zahl 300.000. Das entspräche einer Wertschöpfung von 2,16 Milliarden Euro. „Die Flüchtlinge sind monatelang in ihren Unterkünften zum Nichtstun verdammt, also ist es doch naheliegend, dass sie irgendwann raus wollen und sich als Schwarzarbeiter verdingen“, so der Linzer Wirtschaftsprofessor.

          Schneider und sein Mitautor Bernhard Boockmann appellierten an die Politik, eine rasche legale Beschäftigung der Flüchtlinge zu ermöglichen. „Man sollte darüber nachdenken, Flüchtlingen schnell eine zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis zu erteilen.“ Eine solche eingeschränkte Erlaubnis könnte zunächst für einfache Tätigkeiten gelten. Später könnten die Flüchtlinge die Erlaubnis erhalten, auch höherwertige Stellen anzutreten, wenn Qualifikationen nachgewiesen seien, etwa als Handwerker, Arzt oder Verkäufer.

          Klaus Salzsieder von der Generalzolldirektion in Bonn verweist darauf, dass der Umfang der Schwarzarbeit nicht genau bekannt sei. Es sei aber klar, dass sie ein großes Problem sei - der Zoll habe die Anzahl der Kräfte zur Schwarzarbeit-Bekämpfung in gut zehn Jahren auf knapp 7000 mehr als verdoppelt. Dies liege aber auch an neuen Aufgaben, etwa Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns.

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