25.04.2009 · In Washington nährt Bundesbankpräsident Weber Hoffnung für Deutschland. Währungsfonds und Weltbank stocken derweil ihre Hilfe für arme Länder auf: Die Milliarden sollen in den nächsten zwei Jahren vor allem in Infrastruktur und Landwirtschaft fließen.
Von Claus Tigges, WashingtonBundesbankpräsident Axel Weber hält eine leichte Erholung der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr für möglich. Es gebe erste Hinweise darauf, dass die Geschwindigkeit des Konjunkturabschwungs nachlasse, sagte Weber kurz vor der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank am Freitag in Washington und verwies auf den gestiegenen Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland. Es sei damit zu rechnen, dass die expansive Geld- und Finanzpolitik in den kommenden Monaten eine stabilisierende Wirkung entfalte. Der Aufschwung werde aber mit großer Wahrscheinlichkeit recht verhalten sein, fügte Weber hinzu.
Der Währungshüter befürchtet, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2009 noch stärker geschrumpft ist als in den letzten drei Monaten 2008. „Wir dürften da eine 3 vor dem Komma sehen“, sagte Weber. Im vierten Quartal 2008 war das BIP um 2,1 Prozent gefallen. Mit einer Rückkehr zu den hohen Wachstumsraten der Jahre 2004 bis 2007 rechnet Weber trotz seines verhaltenen Optimismus für das kommende Jahr nicht.
Es sei sogar zu befürchten, dass das Wachstumspotential der deutschen Wirtschaft geringer werde, unter anderem weil der Welthandel nicht mehr so dynamisch wachsen werde wie in den vergangenen Jahrzehnten und Deutschland in hohem Maße exportabhängig sei. Weber sagte, er unterstütze die Hilfe des IWF für viele Schwellenländer, weil das indirekt auch der deutschen Wirtschaft zugute komme.
Derweil haben IWF und Weltbank angesichts der schweren Weltwirtschaftskrise ihre Unterstützung für die Entwicklungsländer erhöht. Der IWF hat beschlossen, die Höchstgrenzen für Kredite im Rahmen zweier besonderer Darlehensfazilitäten zu verdoppeln, die Weltbank wird ihre Infrastrukturhilfe erheblich aufstocken und auch die Landwirtschaft in den armen Ländern noch mehr unterstützen, um Engpässe in der Nahrungsmittelversorgung zu überwinden.
Geld für Infrastruktur und Landwirtschaft
„Es ist ein ganz wichtiger Schritt des IWF in der Hilfe für seine Mitgliedsländer mit geringen Pro-Kopf-Einkommen, der im Zeichen der globalen Krise von besonderer Bedeutung ist“, sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn.
Der Währungsfonds erhöht sowohl den Zugang der armen Länder zur sogenannten Armutsverringerungs- und Wachstumsfazilität, als auch jenen zur Exogenen Schockfazilität. Die Höhe der möglichen Kredite richtet sich nach dem Kapitalanteil des jeweiligen Landes am IWF. Beide Programme sind auf besonders arme Entwicklungsländer zugeschnitten.
Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, kündigte an, das multilaterale Kreditinstitut werde in diesem und den kommenden beiden Jahren insgesamt 45 Milliarden Dollar in den Bau von Straßen, Schulen, Staudämmen und anderen Infrastrukturprojekten stecken, dreimal so viel wie in den drei Jahren vor der Wirtschaftskrise. Außerdem soll die Landwirtschaft in den armen Ländern in diesem und dem nächsten Jahr mit 12 Milliarden Dollar unterstützt werden.
„Investitionen in die Infrastruktur können eine Grundlage für die Schaffung von Arbeitsplätzen bieten und die Armut verringern. So leisten sie einen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung von der Krise“, sagte Zoellick.
Entwicklungsländer stark exportabhängig
Das Treffen der 185 Mitgliedsländer von Weltbank und Internationalem Währungsfonds steht ganz im Zeichen der Weltwirtschaftskrise. Nach den Worten Zoellicks droht die Krise wichtige Erfolge in der Armutsbekämpfung zunichtezumachen. „Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und über die Debatte über Zahlen die Menschen aus dem Blick verlieren, vor allem nicht die Armen.“
Wie aus den Zahlen der Weltbank hervorgeht, sind die Entwicklungsländer zwischen 2000 und 2007 wirtschaftlich jährlich um 6,5 Prozent gewachsen, 2,5 Prozentpunkte schneller als die Weltwirtschaft insgesamt. Der Anteil der armen und der Schwellenländer an der gesamten Wirtschaftsleistung habe sich in diesem Zeitraum von 36 auf 42 Prozent erhöht.
Das Wachstum in den Entwicklungsländern war vielfach vom Export getrieben, der jährlich um durchschnittlich 12 Prozent zugelegt habe; inzwischen liege der Anteil dieser Länder am Welthandel bei 30 Prozent.
Die wichtigsten Absatzmärkte liegen in den reichen Industrienationen. Dorthin fließen nach Angaben der Weltbank 70 Prozent des Exports aus den Entwicklungsländern. Zoellick warnte davor, Hürden für den grenzüberschreitenden Handel zu errichten: „Protektionismus würde die Krise nur verschlimmern und verlängern.“
Wohl kaum ...
Peter Kronenberger (Peter-Kronenberger)
- 25.04.2009, 13:20 Uhr
@Bester Herr Kronenberg,
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 26.04.2009, 19:14 Uhr
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