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Währungsunion Weniger gefälschte Euro-Banknoten

12.01.2007 ·  Polizei und Notenbanken haben im zweiten Halbjahr 2006 weniger gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen als zuvor. Die Zahl der Münz-Fälschungen aber steigt drastisch.

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Polizei und Notenbanken haben im zweiten Halbjahr 2006 weniger gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen als zuvor. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden von Juli bis Dezember rund 265 000 Euro-Fälschungen gefunden, 35 000 weniger als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Die EZB wertet den Rückgang nicht als Entspannung. Die Zahl der Euro-Fälschungen habe in den vergangenen drei Jahren nur geringfügig geschwankt, heißt es. Die Zentralbank verweist darauf, dass den gefälschten Banknoten ein Umlauf echter Noten von rund 10,6 Milliarden Stück gegenübersteht.

In Deutschland wurden nach Mitteilung der Deutschen Bundesbank im zweiten Halbjahr 21 039 gefälschte Euro-Banknoten entdeckt, rund 4000 Stück weniger als im ersten Halbjahr. Die erfreuliche Entwicklung sei auf Erfolge in der Ermittlungsarbeit zurückzuführen, heißt es. Im vergangenen Jahr seien mehrere Fälscherwerkstätten ausgehoben und Verteilerringe zerschlagen worden. Mit rund 6 Fälschungen je 10 000 Einwohner wurden in Deutschland im vergangenen Jahr vergleichsweise erheblich weniger Fälschungen registriert als im gesamten Euro-Raum mit rund 18 Fälschungen je 10 000 Einwohner, wie Berechnungen dieser Zeitung zeigen. Dennoch werden in Deutschland seit der Euro-Bargeldeinführung deutlich mehr gefälschte Banknoten aufgefunden als zur Zeit der Deutschen Mark.

Größter Zuwachs bei gefälschten Hundertern

Während im Euro-Raum insgesamt die Fälscher bevorzugt falsche 20-Euro-Noten unter die Bevölkerung bringen, sind es in Deutschland vorwiegend 50-Euro-Noten. Die Fünfziger hatten in Deutschland im zweiten Halbjahr 2006 einen Anteil von 41 Prozent an allen Fälschungen, gegenüber 31 Prozent im gesamten Euro-Raum. Bei den gefälschten Zwanzigern ist das Verhältnis mit 19 Prozent in Deutschland und 36 Prozent im Euro-Raum umgekehrt. Rapide gestiegen ist im gesamten vergangenen Jahr die Zahl der im Euro-Raum registrierten Fälschungen von 100-Euro-Scheinen von rund 40 000 auf rund 100 000 Stück. In Deutschland wurden allein im zweiten Halbjahr 5371 gefälschte Hunderter gefunden, was - wie im Euro-Raum - einem Viertel aller Fälschungen entspricht.

Schaden von 31 Millionen Euro

Der durch die Banknotenfälschungen entstandene Schaden belief sich im Euro-Raum im Gesamtjahr 2006 nach Berechnungen dieser Zeitung auf rund 31,2 Millionen Euro und liegt damit gut 1 Million Euro niedriger als im Vorjahr. In Deutschland lag die Schadenssumme nach Mitteilung der Bundesbank im vergangenen Jahr bei 3,2 Millionen Euro, nach 4,9 Millionen Euro im Jahr 2005. Im Gegensatz zur Bundesbank veröffentlicht die EZB keine Schadenssumme.

Neben den Banknoten entdecken die Euro-Fälscher zunehmend die Münzen. Die Zahl der registrierten Münzfälschungen stieg in Deutschland im vergangenen Jahr von 46 300 auf 77 000 Stück. Im gesamten Euro-Raum wurden nach Angaben der Europäischen Kommission 163 822 gefälschte Euro-Münzen entdeckt. Das ist das höchste Falschmünzaufkommen seit der Einführung des Euro-Bargelds. Gegenüber 2005 stieg die Zahl der Münzfälschungen um mehr als 60 Prozent. Gefälscht werden weit überwiegend 2-Euro-Münzen. Die Europäische Kommission ist dennoch nicht beunruhigt, weil den rund 160 000 registrierten Münzfälschungen 69 Milliarden echte Euro-Münzen im Umlauf gegenüberständen.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 13.01.2007, Nr. 11 / Seite 11
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