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Währungen Der billige iPod

28.01.2007 ·  Vor genau 20 Jahren hat die Zeitschrift „The Economist“ den Big-Mac-Index präsentiert, um Preise weltweit zu vergleichen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Statt Hamburger-Preise scheinen nun die Kosten für mobile Musik-Player aussagekräftiger zu sein.

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Die Rechenaufgabe der Stunde lautet: Wie viele iPods muss ich kaufen, damit sich der Flug nach Kanada lohnt? Kanada ist nach Berechnung der australischen Commonwealth Bank das Land, in dem der iPod nano (2 Gigabyte) zurzeit am günstigsten ist: vier Euro billiger als in den Vereinigten Staaten, 48 Euro billiger als in Deutschland.

Die Preisdifferenz zu Brasilien beträgt sogar 184 Dollar. An dem großen Preisgefälle sind mehrere Aspekte überraschend: In den Schwellenländern Brasilien und Indien wird das Musikabspielgerät von Apple am teuersten verkauft. In China ist es mit 180 Dollar zwar nicht so teuer wie in Deutschland, aber doch ziemlich kostspielig, wenn man bedenkt, dass der iPod überwiegend dort hergestellt wird.

Teurer iPod an der Copacabana

Die australische Bank, die den Preisvergleich vorgelegt hat, wollte aber nicht die Verbraucher informieren, sondern einen neuen Index für Kaufkraft etablieren. Und das ziemlich genau 20 Jahre nachdem die Zeitschrift „The Economist“ zum ersten Mal den Big-Mac-Index präsentiert hatte.

Beide Indizes fußen auf der Theorie der Kaufkraftparitäten: Der Wechselkurs zwischen Währungsräumen verändert sich so lange, bis gleiche Kaufkraft in beiden Währungsräumen herrscht.

Ein teurer iPod an der Copacabana bedeutet demzufolge, dass der brasilianische Real Abwertungspotential hat. Überraschenderweise ist laut iPod-Index auch der chinesische Yuan überbewertet, was amerikanische Ökonomen in Ratlosigkeit stürzen müsste, wenn etwas dran wäre. Tatsächlich ist das Preisgefälle auch Ausdruck der Preispolitik von Apple, Folge von Transportkosten, Zöllen, Wettbewerbsbedingungen und Konsumpräferenzen.

Quelle: wvp. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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