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Wachstumszahlen Amerikanische Wirtschaft schrumpft

30.10.2008 ·  Dass es mit der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal bergab gehen würde, hatten Fachleute erwartet. Doch der Einbruch fiel weniger drastisch aus als gedacht: Das BIP ging um 0,3 Prozent zurück. Eine Rezession erwarten Fachleute trotzdem.

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Die Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten ist im dritten Quartal gesunken - allerdings weniger stark als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei annualisiert um 0,3 Prozent geschrumpft, teilte das amerikanische Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer ersten Schätzung mit. Dies war die schwächste Entwicklung seit dem dritten Quartal 2001. Hinter dem BIP-Minus stand vor allem ein deutlicher Rückgang des privaten Verbrauchs.

Volkswirte hatten mit einer Rate von minus 0,5 Prozent gerechnet. Der Wachstumsrückgang war dennoch der stärkste seit sieben Jahren.

Im zweiten Quartal war die amerikanische Wirtschaftsleistung - begünstigt durch Steuerrückzahlungen, die in den Konsum flossen - noch um 2,8 Prozent gewachsen, nachdem im ersten Quartal ein Anstieg um 0,9 Prozent verzeichnet worden war. Im Schlussquartal 2007 war das BIP bereits um 0,2 Prozent gesunken.

Finanzkrise verschont keine Weltregion

„Beinahe alle Teile der Wirtschaft zeigen Schwäche“, sagte Carl Riccadonna, Ökonom bei der Deutsche Bank Securities in New York, der Wirtschaftsagentur „Bloomberg“ vor Veröffentlichung der Zahlen. „Das vierte Quartal wird weit schlimmer, weil die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in diesem Monat seinen Höhepunkt erreichte. Wir werden eine länger anhaltende Rezession bekommen“, meinte er. Von einer Rezession spricht man in der Regel bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit schrumpfender Wirtschaftsleistung.

Für viele Ökonomen ist die amerikanische Wirtschaft bereits seit Ende des vergangenen Jahres in einer „milden Rezession“, die sich in den kommenden Monaten aber nach der Zuspitzung der Finanzkrise verschärfen dürfte. Mit einer Erholung der amerikanischen Wirtschaft wird nicht vor Mitte 2009 gerechnet. Vor diesem Hintergrund hatte die Federal Reserve am Mittwoch ihren Leitzins 50 Basispunkte auf 1 Prozent gesenkt und die Tür für eine weitere geldpolitische Lockerung offen gehalten (siehe auch: Fed senkt erneut die Leitzinsen).

Viele Fachleute erwarten, dass aus der Flaute in Amerika eine weltweite Rezession erwachsen könnte. Auf den deutschen Arbeitsmarkt hat die Konjunkturdelle bislang aber noch nicht durchgeschlagen: Die Bundesagentur gab an diesem Donnerstag bekannt, dass die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit 16 Jahren unter die Schwelle von 3 Millionen gesunken ist (siehe auch: Weniger als 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland).

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Von Heike Göbel

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