28.04.2006 · Die deutsche Wirtschaft hat nach Ansicht von Wirtschaftsminister Glos (CSU) die Phase der Stagnation hinter sich. Zuvor hatte Glos die Wachstumsprognose der Bundesregierung leicht angehoben - auf 1,6 Prozent. Damit bleibt sein Ministerium vorsichtiger als die führenden Institute.
Die deutsche Wirtschaft hat nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Stagnationsphase hinter sich und kann sich auf dem Wachstumspfad halten. „Ich glaube, daß wir ein nachhaltiges Wachstum erreichen werden“, sagte Glos am Freitag in Berlin.
„Die Wirtschaft steht nicht mehr nur auf einem Bein“; zusätzlich zum starken Export entwickele sich nun auch der Binnenmarkt vielversprechend. „Die konjunkturelle Bewegung gewinnt damit an Breite und an Dynamik“, fügte der Minister hinzu. Dies werde sich auch bei der Beschäftigung zeigen: „Auf dem Arbeitsmarkt haben wir das Schlimmste hinter uns.“
„Wollen auf der sicheren Seite sein“
Zuvor hatte Glos die Wachstumsprognose der Bundesregierung für dieses Jahr leicht angehoben. Die Bundesregierung erwartet im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Die Prognose aus dem Jahreswirtschaftsbericht von Ende Januar wurde um 0,2 Punkte leicht hochgestuft; darin war ein Plus von 1,4 Prozent erwartet worden.
Daß die Regierung damit pessimistischer sei als die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, nannte der Minister eine Vorsichtsmaßnahme: „Wir wollen ein Stück weit auf der sicheren Seite sein.“ Das gilt auch für das kommende Jahr, in dem die Frühjahrsprojektion von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,0 Prozent ausgeht. Der Aufschwung habe an Breite und Dynamik gewonnen.
Mit den zurückhaltenden Prognosen soll Glos zufolge auch erreicht werden, daß die darauf beruhende Steuerschätzung entsprechend realistisch und vorsichtig angesetzt wird, um den Konsolidierungsdruck auf die öffentlichen Haushalte aufrecht zu erhalten.
Entlastung auf dem Arbeitsmarkt?
Im Jahresverlauf werde mit zunehmender konjunktureller Erholung auch die Zahl der Arbeitslosen deutlich zurückgehen, hieß es. Für den Jahresdurchschnitt erwartet die Regierung rund 180.000 Arbeitslose weniger als 2005, das heißt 4,68 Millionen. Im kommenden Jahr dürfte sich die Zahl der Jobsuchenden laut der Prognose nochmals um 60.000 auf 4,62 Millionen verringern. Für den Monat April hatte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag 4,79 Millionen Erwerbslose gemeldet.
Die Zahl der Erwerbstätigen werde leicht steigen, prognostizierte das Ministerium. Im Jahresdurchschnitt 2006 kommen der Vorhersage zufolge rund 30.000 hinzu, im kommenden Jahr 70.000. Damit beurteilt die schwarz-rote Bundesregierung die konjunkturelle Entwicklung etwas vorsichtiger als die führenden Forschungsinstitute. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten sie am Donnerstag ein Wachstum von 1,8 Prozent in diesem und von 1,2 Prozent im kommenden Jahr vorhergesagt.
Ein dauerhafter Aufschwung in Deutschland.
Fionn Huber (fionn)
- 28.04.2006, 17:22 Uhr
Und wozu das Konjunkturprogramm?
Sophia Orti (rum)
- 29.04.2006, 15:27 Uhr
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