http://www.faz.net/-gqe-8xq3k

Wachstumsprognose : EU-Kommission sagt Eurozone bessere Entwicklung voraus

  • Aktualisiert am

Viel Betrieb im Hamburger Hafen: Die Exporte sollen angesichts der besseren Weltkonjunktur stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Bild: dpa

Mehr Wachstum, weniger Arbeitslose, geringere Schulden: Die Eurozone entwickelt sich besser als erwartet. Das schürt den Optimismus der EU-Kommission.

          Die EU-Kommission erwartet in diesem und im kommenden Jahr eine positive Entwicklung der Eurozone. Sie erhöhte am Donnerstag ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes 2017 von 1,6 auf 1,7 Prozent. Für das kommende Jahr wird weiter 1,8 Prozent erwartet. „Das Wachstum gewinnt an Fahrt“, sagte Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis.

          „Es ist erfreulich, dass die große Unsicherheit, die wir in den letzten zwölf Monaten erlebt haben, langsam zu schwinden scheint“, ergänzte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Es blieben aber Risiken wie die amerikanische Wirtschafts- und Handelspolitik oder die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien.

          Die Exporte sollen angesichts der besseren Weltkonjunktur stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Auch der private Konsum dürfte ungeachtet der höheren Inflation zunehmen, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. „Die Investitionstätigkeit wird zwar weiterhin durch die geringen Wachstumsaussichten und den notwendigen Schuldenabbau in einigen Sektoren gebremst, dürfte sich aber dennoch recht beständig ausweiten.“

          Bundesregierung leicht pessimistischer

          Der Aufschwung soll die Arbeitslosigkeit drücken. In diesem Jahr wird eine Erwerbslosenquote von 9,4 Prozent erwartet, im kommenden Jahr dann von 8,9 Prozent - das wäre der niedrigste Wert seit Anfang 2009. In vielen Ländern bleibe die Arbeitslosigkeit aber trotz des positiven Trends „viel zu hoch“.

          Auch die Staatsfinanzen dürften sich der Frühjahrsprognose zufolge verbessern. Die Neuverschuldung soll in diesem Jahr auf 1,4 und im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken. 2016 waren es noch 1,5 Prozent.

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS
          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Hier geht’s zum Test.

          Mehr erfahren

          „Aufgrund niedrigerer Zinszahlungen und einer moderaten Lohnentwicklung im öffentlichen Sektor dürften die Haushaltsdefizite weiter zurückgehen“, so die Kommission. Der Schuldenstand in der Euro-Zone soll bis zum kommenden Jahr auf 89 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken, nachdem es 2016 noch 91,3 Prozent waren.

          Für  Deutschland erwartet die Kommission dieses Jahr 1,6 Prozent und nächstes Jahr 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum und sieht die Lage damit rosiger als die Bundesregierung. Die Zahlen legte die Kommission am Donnerstag in Brüssel vor. Die Bundesregierung geht von 1,5 Prozent für 2017 und 1,6 Prozent für 2018 aus.

          Quelle: bfch./Reuters

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bereits bei Wahlkampfauftritten der Kanzlerin hatte es in Sachsen massive Proteste gegen Merkel gegeben.

          AfD-Hochburg : Das macht ihnen Angst

          Nirgends ist die AfD so stark wie in Ostsachsen. Manche fühlen sich dort von der Politik vergessen. Doch das sind nicht nur zornige alte Männer.
          Arbeiter transportieren in Berlin ein CDU-Plakat ab.

          Ist Merkel schuld? : Bloß kein Scherbengericht in der CDU

          Die CDU drückt sich fürs Erste um eine tiefere Analyse ihres historisch schlechten Ergebnisses. Doch Merkels Partei steht nun vor riesigen Herausforderungen.

          Kanzlerkandidat a.D. : Noch schont die SPD Schulz

          Am Tag nach dem historischen Wahldebakel beginnt in der SPD die Suche nach Fehlern, Konsequenzen und Schuldigen. Auch wenn es keiner offen ausspricht, ist die Machtbasis von Ex-Kanzlerkandidat Schulz wacklig.
          „Epochale Herausforderungen“: Horst Seehofer am Montag in München

          Selbstverständnis der CSU : Ein Hauch von Kreuth

          Franz Josef Strauß hätte es geschüttelt angesichts des Zustands der CSU nach der Wahl. Die Partei ringt um Orientierung – und die Kritik an Horst Seehofers Kurs wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.