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Wachstum Wirtschaftsforscher senken Konjunkturprognose

16.09.2008 ·  Die Wirtschaftsinstitute in Essen und Hamburg haben heute ihre Wachstumsprognosen für dieses und für das nächste Jahr nach unten korrigiert. Dennoch gibt es auch einen Hoffnungsschimmer: Die Flaute werde 2009 überwunden, sagt der Hamburger Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar.

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Die Wirtschaftsinstitute in Essen und Hamburg haben die Wachstumserwartungen für dieses und für das nächste Jahr deutlich gesenkt. Das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI erwartet für 2008 nur noch ein Wachstum von 1,7 Prozent, nach 2,2 Prozent in der vorherigen Prognose.

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) senkte die Konjunkturvoraussage nach Angaben vom Dienstag von ebenfalls 2,2 auf 1,9 Prozent. Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar, hat angesichts der Finanzkrise jedoch zur Gelassenheit aufgerufen. „Wenn der Dax um vier Prozent abstürzt, heißt das noch lange nicht, dass die deutsche Konjunktur in gleichem Maße betroffen sein wird“, sagte Straubhaar der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „Die Welt“. In Deutschland müsse ganz bestimmt keine Panik ausbrechen. Die Konjunkturflaute in Deutschland werde 2009 überwunden: Die deutsche Konjunktur dürfte im Laufe des nächsten Jahres wieder an Dynamik gewinnen. Zwar steige das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Durchschnitt 2009 nur um 1,0 Prozent, weil es schwach aus diesem Jahr herauskomme. Ende 2009 werde es aber mit rund 2 Prozent wachsen. Für 2008 sagte das HWWI einen Anstieg des BIP um 1,9 Prozent voraus.

ZEW-Index steigt - Großteil der Daten aber vor neuer Welle der Finanzkrise erhoben

Unabhängig davon sieht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim) die aktuellen Konjunkturerwartungen im September erneut verbessert. Allerdings liegt das Stimmungsbarometer immer noch bei minus 41,1 Punkte - im Vergleich zum Vormonat ein Plus um 14,4 Punkte. Als Grund für die Verbesserung sieht das ZEW den fallenden Ölpreis und den fallenden Eurokurs im Verhältnis zum Dollar. Gleichwohl sei bei der Aussagekraft der ZEW-Daten zu berücksichtigen, dass ein Großteil der Umfrageantworten vor der Insolvenz des amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers eingegangen sei, heißt es in einer Studie vom Dienstag. „Würde der Index heute oder morgen erhoben werden, sähe er deutlich anders aus“, erklärte LBBW-Analyt Thomas Gitzel.

Für 2009 senkte das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI die Aussichten um 0,9 Prozentpunkte auf nur noch 0,8 Prozent Wachstum. Laut HWWI soll es im nächsten Jahr um 1,0 Prozent statt bisher 1,1 Prozent steigen. 2009 werde die Konjunkturflaute überwunden, sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar in Hamburg.

Bundesregierung: „Keine Rezession“

Nach Ansicht der Bundesregierung gibt es trotz der Finanzmarktkrise keinen Grund, Untergangsszenarien zu malen. Finanzminister Peer Steinbrück sagte am Dienstag im Bundestag in Berlin, für das Gesamtjahr 2008 halte die Regierung nach wie vor das prognostizierte Wachstum von 1,7 Prozent für realistisch. Auch wenn das Wachstum im kommenden Jahr schwächer ausfallen dürfte, könne von einer anhaltenden Rezession keine Rede sein. Wörtlich sagte der SPD-Politiker: „Eine Wirtschaft mit positiver Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist nicht in einer Rezession.“ Fakt sei, dass die deutsche Wirtschaft wesentlich wettbewerbsfähiger und robuster sei als noch vor fünf Jahren.

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