Home
http://www.faz.net/-gqf-742to
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vor der Präsidentenwahl Mehr Jobs in Amerika

 ·  Zum letzten Mal bevor die Amerikaner einen neuen Präsidenten wählen, sind neue Arbeitslosenzahlen herausgekommen. Im Oktober wurden mehr Stellen geschaffen als erwartet.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (8)

Viele neue Jobs, aber auch steigende Arbeitslosigkeit: Kurz vor der amerikanischen Präsidentenwahl sendet der Arbeitsmarkt gemischte Signale, die weder Amtsinhaber Barack Obama noch Herausforderer Mitt Romney entscheidende Vorteile im Endspurt bringen dürften.

Die Zahl der Beschäftigten stieg im Oktober um 171.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte, Ökonomen hatten lediglich mit 125.000 gerechnet. Im August und September entstanden außerdem zusammen 84.000 Jobs mehr als bislang angenommen: Sowohl die Dienstleister als auch die Einzelhändler, die Industrie und die Baubranche stellten zusätzliche Mitarbeiter ein. Im öffentlichen Dienst - der unter Spardruck steht - fielen dagegen Stellen weg.

Arbeitslosenquote steigt auf 7,9 Prozent

Die Arbeitslosenquote stieg wie erwartet auf 7,9 Prozent, nachdem sie im September mit 7,8 Prozent den niedrigsten Wert seit Januar 2009 erreicht hatte. Experten führen den Anstieg auch darauf zurück, dass sich wegen aufgehellter Perspektiven am Arbeitsmarkt wieder mehr Amerikaner aktiv auf Jobsuche begeben.

Der Hurrikan „Sandy“ - der an der Ostküste milliardenschwere Schäden anrichtete - hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung. Die Daten wurden vor der Naturkatastrophe erhoben, der am Montag das öffentlichen Leben an der Ostküste lahmlegte und viele Häuser beschädigte.

Arbeitsmarkt wichtig für die Präsidentenwahl

„Das sind positive Daten“, sagte Ökonom Fabian Eliasson von der Mizuho Corporate Bank. „Das Beschäftigungsniveau ist zwar noch vergleichsweise niedrig. Aber der Aufwärtstrend dürfte der Regierung vor den Wahlen nützen.“ Der Stellenzuwachs sei allerdings noch nicht stark genug, um die Arbeitslosenquote nachhaltig zu drücken, meint Kathy Jones vom Brokerhaus Charles Schwab. Dazu müssten monatlich doppelt so viele Jobs geschaffen werden.

Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Obama und Romney um den Sieg bei der Präsidentschaftswahl am 6. November könnte die Lage am Arbeitsmarkt den Ausschlag geben. Bislang ist noch nie ein Präsident wiedergewählt worden, wenn die Arbeitslosenquote über acht Prozent lag. Einer Umfrage des Karriereportals Beyond.com zufolge sind die Beschäftigten in den Vereinigten Staaten mehrheitlich für Amtsinhaber Obama. Die Arbeitslosen bevorzugen jedoch seinen Herausforderer Romney.

Löhne steigen langsam

In den Rezessionsjahren 2007 bis 2009 stieg die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von zehn Prozent. Obwohl sie seither gesunken ist, sind die Vorkrisenwerte von rund fünf Prozent noch immer weit entfernt. Grund dafür: Die US-Wirtschaft wächst wegen der Schuldenkrise in Europa und der Konjunkturabkühlung in Asien zu langsam. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 2 Prozent. Experten halten aber ein Wachstum von mindestens 2,5 Prozent über mehrere Quartale hinweg für notwendig, um die Arbeitslosigkeit spürbar zu drücken.

Auch die Stundenlöhne steigen nur langsam. Sie legten in den vergangenen zwölf Monaten um durchschnittlich 1,6 Prozent zu. Das war der geringste Anstieg seit Anfang 2007.

Starkes Auftragsplus

Unterdessen verzeichnet die amerikanische Industrie steigende Auftragszahlen. Die Bestellungen stiegen im September zum Vormonat um 4,8 Prozent und damit so stark wie seit März 2011 nicht mehr, teilte das Handelsministerium mit. Im  August hatte es einen Einbruch um 5,1 Prozent gegeben. Rechnet man jedoch die Verkehrssparte
hinaus, stiegen die Aufträge insgesamt nur um 1,4 Prozent.

  Weitersagen Kommentieren (4) Merken Drucken

02.11.2012, 14:30 Uhr

Weitersagen
 

Gute Exportüberschüsse

Von Carsten Knop

Die deutschen Exportüberschüsse bieten immer wieder Anlass zu Kritik. Jetzt aber zeigt sich: Deutschlands Wirtschaftskraft nutzt dem Rest Europas. Schlecht, dass Deutschland diese Kraft verspielt. Mehr 2 19


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --