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Vereinigte Staaten Wachstumsdämpfer im zweiten Quartal

28.07.2006 ·  Die Wachstumsdynamik der amerikanischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal deutlich nachgelassen. Zwischen April und Juni erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 2,5 Prozent, im ersten Quartal hatte das Wachstum noch um 5,6 Prozent zugelegt.

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Die Wachstumsdynamik der amerikanischen Wirtschaft hat im zweiten Quartal deutlich nachgelassen. Wie das Handelsministerium am Freitag im Rahmen einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni auf annualisierter Basis lediglich um 2,5 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Bankvolkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg des BIP um 3,2 Prozent gerechnet.

Im ersten Quartal war das amerikanische BIP um 5,6 Prozent gewachsen, im vierten Quartal 2005 hatte sich die Zunahme der Wirtschaftsleistung auf 1,8 Prozent belaufen. Im gesamten Jahr 2005 war die amerikanische Wirtschaft um revidiert 3,2 Prozent expandiert.

Der von der amerikanischen Notenbank als Inflationsmaß favorisierte PCE-Deflator stieg den weiteren Angaben zufolge um 4,1 Prozent nach einem Plus von 2,0 Prozent im Vorquartal und plus 2,9 Prozent im vierten Quartal 2005.

Schwacher Konsum und weniger Unternehmensinvestitionen

Den Zahlen des Ministeriums zufolge wurde das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt vor allem durch eine stark nachlassende Dynamik bei den Konsumausgaben gebremst. Der private Verbrauch, der knapp 70 Prozent des amerikanischen BIP ausmacht, steigerte sich im zweiten Quartal annualisiert um nur noch um 2,5 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres war hier eine Zunahme um 4,8 Prozent verzeichnet worden. Zudem wurde auch eine deutliche Abschwächung beim Wachstum der Unternehmensinvestitionen registriert; diese legten lediglich um 2,7 Prozent zu, nach überaus kräftigen plus 13,7 Prozent im ersten Quartal.

Bei den Wohnbauinvestitionen wurde sogar ein annualisierter Rückgang um 6,3 Prozent verzeichnet, was den Eindruck verstärken dürfte, daß sich die Entwicklung am amerikanischen Immobilienmarkt mittlerweile in einem Abwärtstrend befindet. Die Ausgaben aller öffentlichen Behörden erhöhten sich zudem um lediglich 0,6 Prozent, nach einer annualisierten Zunahme um 4,9 Prozent im ersten Quartal. Wachstumsimpulse gingen vom Außenhandel aus, wobei einer Zunahme der Exporte um 3,3 Prozent ein moderater Anstieg der Importe um 0,2 Prozent gegenüberstand.

Gedämpfte Erwartungen für das zweite Halbjahr

Mit Blick auf die Wachstumsentwicklung im laufenden zweiten Halbjahr dominieren gegenwärtig relativ gedämpfte Wachstumsschätzungen. Viele Fachleute gehen davon aus, daß die annualisierten Wachstumsraten im dritten und vierten Quartal unter der Marke von 3 Prozent bleiben werden und damit unter dem Potenzial der amerikanischen Wirtschaft.

Zu dieser Auffassung paßt die sich am Markt durchsetzende Sicht, daß die amerikanische Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr nur noch einmal um 25 Basispunkte auf dann 5,50 Prozent anhebt, bevor 2007 mit einem geldpolitischen Lockerungskurs begonnen wird.

Dollar unter Druck

Der Dollar geriet nach den unerwartet schwachen Wachstumsdaten unter Druck geraten. Der Euro zog auf bis zu 1,2744 Dollar an. Vor der Veröffentlichung des amerikanischen BIP waren Kurse von rund 1,2660 Dollar notiert worden.

„Der Ausblick des amerikanischen Notenbank-Präsidenten Ben Bernanke auf eine nachlassende Dynamik der amerikanischen Wirtschaft schlägt sich immer mehr in harten Fakten nieder“, sagt ein Devisenhändler. Da gleichzeitig die Preiskomponente des BIP unter den Erwartungen geblieben sei, würden weitere Zinserhöhungen immer unwahrscheinlicher. Der Euro könne in diesem Umfeld auf kurze Sicht bis an die Widerstandszone bei 1,2780/90 Dollar hochlaufen, so der Händler.

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