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Risikoabsicherung

Vereinigte Staaten Solide Erholung auf dem Arbeitsmarkt

Am amerikanischen Arbeitsmarkt gab es im Januar ein solides Plus bei den Beschäftigtenzahlen. Offenbar sind die Unternehmen trotz aller finanzpolitischer Querelen in Einstellungs-Laune. Darauf deutete auch der gestiegene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe hin.

© AP Vergrößern Auf der Jobmesse: Hoffnung für die Arbeitslosen

Nach der Stagnation am Jahresschluss 2012 ist die amerikanische Konjunktur solide in das neue Jahr gestartet. Die moderate Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt dauert an. Die Lage im verarbeitenden Gewerbe hat sich spürbar verbessert.

Patrick Welter Folgen:

Im Januar schufen private Unternehmen nach Angaben des Arbeitsministeriums 166.000 neue Stellen. Das waren zwar 36.000 weniger Stellen als im Vormonat und nur halb so viel wie vor einem Jahr. Volkswirte werteten die Zahlen aber als solides Signal, dass die Wirtschaft weiter wachse. Darauf deutete am Freitag auch der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management für das verarbeitenden Gewerbe hin, der im Januar ein Neun-Monatshoch erreichte. Der Index stieg von 50,2 auf 53,1 Punkte und entfernte sich so deutlich von der Schwelle von 50 Punkten, die eine Schrumpfung anzeigt. Die Unternehmen berichteten vor allem über deutlich höhere Aufträge und planten mehr Neueinstellungen.

Infografik / Beschäftigung und Arbeitslosigkeit © Bureau of Labor Statistics, Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Mit den neuen Daten bestätigt sich das Bild, dass die Stagnation der amerikanischen Wirtschaft am Jahresschluss 2012 eher Sonderfaktoren wie dem Hurrikan Sandy zu verdanken war. Das reale Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal 2012 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Gemäß der in Europa üblichen Rechnung, die auf eine Annualisierung der Daten verzichtet, entsprach das einer „roten Null“.

Abzüglich der 9000 Stellen, die seitens des Staates gestrichen wurden, entstanden im Januar 157.000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote blieb nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung von Rundungen stieg sie rechnerisch von 7,8 auf 7,9 Prozent. Sie liegt damit deutlich höher als die Marke von 6,5 Prozent, die die Zentralbank Federal Reserve sich für eine Abkehr von der Nullzinspolitik gesetzt hat.

Infografig / Beschäftigte © Bureau of Labor Statistics, Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Das Arbeitsministerium setzte zugleich die Angaben für das Stellenwachstum am Jahresende und für das Gesamtjahr 2012 deutlich nach oben. Offenbar haben auch die finanzpolitischen Querelen um die sogenannte „fiskalische Klippe“ am Jahresschluss die Unternehmen nicht von Einstellungen abgehalten.

Die revidierten Daten zeigen, dass der Stellenaufbau zuletzt schneller vorankam als zuvor angenommen. Im vergangenen Jahr wurden netto 2,2 Millionen neue Stellen geschaffen anstatt der zuvor gemeldeten 1,8 Millionen. Einen schnelleren Stellenaufbau gab es zuletzt 2006, vor der Krise. Die Vereinigten Staaten haben die Stellenverluste der Wirtschaftskrise aber noch lange nicht aufgeholt. Von 2008 bis Jahresbeginn 2010 gingen 8,7 Millionen Stellen verloren. Seither wurden netto erst 5,5 Millionen neue Stellen neu geschaffen. Der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter liegt seit fast vier Jahren unter 60 Prozent.

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Die Erholung am Arbeitsmarkt ist bei weitem nicht kräftig genug, um die Arbeitslosigkeit entscheidend zu senken. Nach einer Faustregel sind dazu rund 250.000 neue Stellen im Monat erforderlich. Im Januar wurden 13,2 Millionen Menschen offiziell als arbeitslos gezählt. Einschließlich der Teilzeitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen und der Menschen, die die Stellensuche enttäuscht aufgegeben hatten, waren es 15,4 Millionen.

Quelle: F.A.Z.

 
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