Home
http://www.faz.net/-gqe-767xb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Vereinigte Staaten Solide Erholung auf dem Arbeitsmarkt

Am amerikanischen Arbeitsmarkt gab es im Januar ein solides Plus bei den Beschäftigtenzahlen. Offenbar sind die Unternehmen trotz aller finanzpolitischer Querelen in Einstellungs-Laune. Darauf deutete auch der gestiegene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe hin.

© AP Vergrößern Auf der Jobmesse: Hoffnung für die Arbeitslosen

Nach der Stagnation am Jahresschluss 2012 ist die amerikanische Konjunktur solide in das neue Jahr gestartet. Die moderate Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt dauert an. Die Lage im verarbeitenden Gewerbe hat sich spürbar verbessert.

Patrick Welter Folgen:      

Im Januar schufen private Unternehmen nach Angaben des Arbeitsministeriums 166.000 neue Stellen. Das waren zwar 36.000 weniger Stellen als im Vormonat und nur halb so viel wie vor einem Jahr. Volkswirte werteten die Zahlen aber als solides Signal, dass die Wirtschaft weiter wachse. Darauf deutete am Freitag auch der Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management für das verarbeitenden Gewerbe hin, der im Januar ein Neun-Monatshoch erreichte. Der Index stieg von 50,2 auf 53,1 Punkte und entfernte sich so deutlich von der Schwelle von 50 Punkten, die eine Schrumpfung anzeigt. Die Unternehmen berichteten vor allem über deutlich höhere Aufträge und planten mehr Neueinstellungen.

Infografik / Beschäftigung und Arbeitslosigkeit © Bureau of Labor Statistics, Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Mit den neuen Daten bestätigt sich das Bild, dass die Stagnation der amerikanischen Wirtschaft am Jahresschluss 2012 eher Sonderfaktoren wie dem Hurrikan Sandy zu verdanken war. Das reale Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal 2012 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Gemäß der in Europa üblichen Rechnung, die auf eine Annualisierung der Daten verzichtet, entsprach das einer „roten Null“.

Abzüglich der 9000 Stellen, die seitens des Staates gestrichen wurden, entstanden im Januar 157.000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote blieb nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung von Rundungen stieg sie rechnerisch von 7,8 auf 7,9 Prozent. Sie liegt damit deutlich höher als die Marke von 6,5 Prozent, die die Zentralbank Federal Reserve sich für eine Abkehr von der Nullzinspolitik gesetzt hat.

Infografig / Beschäftigte © Bureau of Labor Statistics, Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Das Arbeitsministerium setzte zugleich die Angaben für das Stellenwachstum am Jahresende und für das Gesamtjahr 2012 deutlich nach oben. Offenbar haben auch die finanzpolitischen Querelen um die sogenannte „fiskalische Klippe“ am Jahresschluss die Unternehmen nicht von Einstellungen abgehalten.

Die revidierten Daten zeigen, dass der Stellenaufbau zuletzt schneller vorankam als zuvor angenommen. Im vergangenen Jahr wurden netto 2,2 Millionen neue Stellen geschaffen anstatt der zuvor gemeldeten 1,8 Millionen. Einen schnelleren Stellenaufbau gab es zuletzt 2006, vor der Krise. Die Vereinigten Staaten haben die Stellenverluste der Wirtschaftskrise aber noch lange nicht aufgeholt. Von 2008 bis Jahresbeginn 2010 gingen 8,7 Millionen Stellen verloren. Seither wurden netto erst 5,5 Millionen neue Stellen neu geschaffen. Der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter liegt seit fast vier Jahren unter 60 Prozent.

Mehr zum Thema

Die Erholung am Arbeitsmarkt ist bei weitem nicht kräftig genug, um die Arbeitslosigkeit entscheidend zu senken. Nach einer Faustregel sind dazu rund 250.000 neue Stellen im Monat erforderlich. Im Januar wurden 13,2 Millionen Menschen offiziell als arbeitslos gezählt. Einschließlich der Teilzeitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen und der Menschen, die die Stellensuche enttäuscht aufgegeben hatten, waren es 15,4 Millionen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Termine des Tages Bier, Buch und Bürokratieabbau

Heute ist der Tag des deutschen Bieres, des Buches und des Urheberrechts. Außerdem kommt eine Bestandsaufnahme zum Mindestlohn aus dem Bundesarbeitsministerium, und in Berlin wird der Jahresbericht Bürokratieabbau vorgestellt. Mehr

23.04.2015, 06:11 Uhr | Wirtschaft
Kampf gegen HIV Liebesfabrik im Regenwald stellt Millionen Kondome her

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet stellt ein Latex-Unternehmen Millionen Kondome her. Viele von den Kondomen werden im Land kostenlos verteilt. Die Produktion der Verhütungsmittel sichert den Lebensunterhalt für viele Menschen am Amazonas. Mehr

16.12.2014, 11:43 Uhr | Gesellschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Senivita-Tochter bietet Wandelanleihe an

Eine Tochtergesellschaft der Senivita Sozial, die Senivita Social Estate, bietet eine Wandelanleihe mit einer Verzinsung von 6,5 Prozent an.Das Rating von Sanha sinkt. Mehr

14.04.2015, 14:10 Uhr | Wirtschaft
Afrika Süße Schokolade direkt vom Kakaobauern

Ein aufstrebendes Unternehmen aus Uganda baut nicht nur Kakao an - es stellt die Schokolade auch selbst her. Bislang ist ein Großteil des Kakaos von den Plantagen in Afrika nach Europa exportiert und dort verarbeitet worden. 80 Prozent der Wertschöpfung gehen so an den afrikanischen Produzenten vorbei. Mehr

07.02.2015, 14:56 Uhr | Gesellschaft
Richtungsstreit Was wird aus der Deutschen Bank?

Die Deutsche Bank steht vor der wichtigsten Aufsichtsratssitzung seit Jahren. Sie sucht nach einer neuen Strategie – ohne die Postbank. Es geht um nicht weniger als das Wesen des Instituts. Mehr Von Gerald Braunberger

18.04.2015, 13:41 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.02.2013, 15:57 Uhr

Letzte Chance für die Deutsche Bank

Von Gerald Braunberger

Nach siebenstündiger Sitzung hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bank einstimmig einen Kompromiss geschlossen – mit Stärken und Schwächen. Nun ist überzeugendes Management gefragt. Mehr 2 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Internationale Sponsoren meiden die Bundesliga

Die spanische Primera División und die englische Premier League ziehen viele internationale Trikotsponsoren an. Anders ist die Situation in Deutschland. Mehr