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Vereinigte Staaten Fed zieht Zinsschraube weiter an

02.02.2005 ·  Die amerikanische Notenbank (Fed) hat ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent angehoben. Die Politik maßvoller Zinsanhebungen soll fortgeführt werden.

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Die amerikanische Notenbank (Fed) hat den Leitzins am Mittwoch wie erwartet zum sechsten Mal in Folge um 25 Basispunkte angehoben und noch einmal weitere moderate Erhöhungen signalisiert.

Ausschlaggebend war nach Einschätzung von Ökonomen die Tatsache, daß die amerikanischen Wirtschaft auf robustem Wachstumspfad ist und teurere Kredite in Kauf nehmen kann. Gleichzeitig sollen höhere Zinsen helfen, das Preisniveau in Schach zu halten.

Der als Schlüsselzins geltende Zielsatz für Tagesgeld steige auf 2,5 Prozent, teilte der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuß (FOMC) der Fed nach seiner ersten Sitzung in diesem Jahr mit. Damit liegen die Zinsen in den Vereinigten Staaten einen halben Prozentpunkt höher als im Euro-Raum, wo die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag zu ihrer Ratssitzung zusammenkommt.

Geldpolitik in einem „maßvollen Tempo“ straffen

Die Fed bekräftigte, die weiter lockere Geldpolitik auch künftig in einem „maßvollen Tempo“ straffen zu wollen, um Inflationsgefahren vorzubeugen. Mit dieser Formulierung signalisieren die Währungshüter seit einigen Monaten, daß die Leitzinsen in moderaten Schritten angehoben werden. Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum hielten sich in etwa die Waage, bekräftigte die Notenbank. Die Lage am Arbeitsmarkt verbessere sich allmählich.

Die Erklärung der Fed zur Wirtschaftslage war identisch mit der Stellungnahme nach der letzten Sitzung im Dezember 2004 (Die Fed hebt den Leitzins abermals an). Ende Juni hatte die Fed mit der ersten Erhöhung seit vier Jahren die Zinswende in Amerika eingeleitet. Mit der abermaligen Anhebung verteuert sich die Kreditaufnahme für Verbraucher und Unternehmen in der weltgrößten Volkswirtschaft weiter. Die amerikanischen Börsen und der Dollar reagierten zunächst nicht nennenswert auf die Entscheidung.

Welches Zinsniveau ist wachstumsneutral?

Bis zum Jahresende erwarten Analysten bei den sieben noch ausstehenden Sitzungen der Fed weitere Zinserhöhungen um insgesamt mehr als 100 Basispunkte. Doch strittig ist unter Volkswirten, welches Zinsniveau in den Vereinigten Staaten als neutral bezeichnet werden kann, bei welchem Zinssatz also weder Inflation angetrieben noch Wachstum behindert wird. Die meisten Experten sehen dieses Niveau in der weiten Spanne zwischen 3,0 und 4,5 Prozent erreicht. Fed-Chef Alan Greenspan strebt dem Vernehmen nach ein Niveau zwischen 3,5 und 4,5 Prozent an.

Diese Sitzung des Offenmarktausschusses war eines der beiden zweitägigen Treffen dieses Jahres. Sie diente der Vorbereitung der halbjährlichen Kongreß-Anhörungen von Fed-Chef Alan Greenspan zur Geldpolitik, die am 16. und 17. Februar geplant sind. Viele Volkswirte hatten zudem erwartet, daß die Währungshüter über strategische Fragen wie die Aufstellung eines Inflationsziels beraten würden. Fed-Chef Alan Greenspan gilt als Skeptiker, weil der Offenmarktausschuß damit an seiner Ansicht nach an Flexibilität einbüßt. Andere Banker argumentieren, daß dies die Transparenz erhöhe. Ob die Debatte tatsächlich geführt wurde, dürfte erst nach der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle am 23. Februar klar sein.

Leitzinsen waren nach Rezession, Terroranschlägen, das Vertrauen der Anleger erschütternden Bilanzskandalen und einem schleppendem Aufschwung bis auf 1,0 Prozent gesunken, das niedrigste Niveau seit fast 50 Jahren. Im Juni 2004 läutete die Notenbank die Zinswende ein. Seitdem ist der Satz für Tagesgeld nun sechs Mal angehoben worden.

Die amerikanische Wirtschaft legte im vergangenen Jahr 4,4 Prozent zu. Für das laufende Jahr deuten Prognosen auf rund 3,5 Prozent hin. Allerdings waren die Preise gleichzeitig so stark angezogen wie seit vier Jahren nicht mehr: mit 3,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Quelle: @tor mit Material von Reuters und dpa
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