Home
http://www.faz.net/-gqf-t1gj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vereinigte Staaten Bernanke beflügelt die Finanzmärkte

19.07.2006 ·  Die Finanzmärkte haben am Mittwoch kräftige Aufschläge verzeichnet, nachdem Ben Bernanke, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen geschürt hat.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Finanzmärkte haben am Mittwoch kräftige Aufschläge verzeichnet, nachdem Ben Bernanke, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen geschürt hat. Vor dem Bankenausschuß des Senats sagte Bernanke, daß er im kommenden Jahr eine Mäßigung der Inflationsrate erwartet.

Die Fed hatte den Leitzins siebzehnmal nacheinander um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf derzeit 5,25 Prozent erhöht, um den Preisauftrieb unter Kontrolle zu halten. Bernanke räumte ein, daß es auch innerhalb der Fed Unsicherheit über die Wirkung dieser Zinserhöhungen gebe. Bei der längerfristigen Einschätzung von Wachstum und Inflation müsse man auch die zukünftige Wirkung bereits getroffener Zinsentscheidungen berücksichtigen. Der Notenbankchef wiederholte freilich auch seine Aussage, daß der jüngste Anstieg der Inflationsrate ein Grund zur Besorgnis sei. "Der mögliche Anstieg von Öl- und Rohstoffpreisen ist weiterhin ein Risiko für die Entwicklung der Inflation", sagte Bernanke. Die Krise im Nahen Osten hatte den Ölpreis jüngst auf neue Rekordhochs getrieben.

Erleichterung an den Finanzmärkten

Die internationalen Finanzmärkte nahmen Bernankes Rede erleichtert auf: Die europäischen Börsen quittierten Bernakes Äußerungen mit einem Kursplus von mehr als 2 Prozent; der Deutsche Aktienindex Dax gewann bis zum Ende des Handels 2,64 Prozent auf 5539 Punkte. In Amerika verbesserte sich der Dow-Jones-Index um mehr als 2 Prozent und stieg über die Marke von 11000 Punkten. Die Rentenmärkte verbuchten ebenfalls Kursgewinne; nur der Dollar geriet gegenüber dem Euro und dem Yen unter Druck.

Vor Bernankes Rede hatten die Finanzmärkte noch negativ auf den Anstieg der amerikanischen Verbraucherpreise reagiert, der eine Fortsetzung der Zinserhöhungen durch die Fed befürchten ließ. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet, stieg die Kerninflationsrate in den vergangenen drei Monaten mit einer Rate von 3,6 Prozent. Das liegt deutlich über der von der Fed anvisierten Rate von 2 Prozent.

Fed-Beobachter rechnen nun damit, daß die Notenbank ihren Leitzins allenfalls noch ein weiteres Mal erhöhen und dann eine Pause einlegen wird. "Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die Fed sich zurückhalten wird, wenn die Kerninflation mit der jüngsten Geschwindigkeit wächst", sagte Steven Wood, Chefvolkswirt bei der Analysegesellschaft Insight Economics. Wood bezeichnete es als nahezu "ausgemachte Sache", daß der Leitzins beim nächsten Treffen des Fed-Offenmarktausschusses am 8. August abermals angehoben werde.

Quelle: nks., F.A.Z., 20.07.2006, Nr. 166 / Seite 9
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 11 13

30.05.2012 10:42 Uhr
  Vortag
Dax 6.345,17 −0,81%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.382,53 −0,83%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2446 −0,34%
Rohöl Brent Crude 105,43 $ −1,33%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.